Lenzburg

Parkplätze sollen kostenpflichtig werden – öffentliche und private

In Lenzburg werden künftig öffentliche und auch private Parkplätze kostenpflichtig.

Der Kommunale Gesamtplan Verkehr der Stadt Lenzburg beinhaltet verschiedene Massnahmen für den Verkehr der Zukunft. Nun muss er den Einwohnerrat passieren.

An der Lenzburger Einwohnerratssitzung vom 31. Oktober steht ein alter Bekannter auf der Traktandenliste: der KGV, der Kommunale Gesamtplan Verkehr. Das Dokument mit über 160 Seiten soll bestimmen, wie der Verkehr in den Gemeinden Lenzburg, Staufen und Niederlenz in naher und ferner Zukunft fliessen soll. Er ist im Baugesetz des Kantons verankert.

2018 wurde der KGV von den Exekutiven der drei Gemeinden genehmigt, im Oktober von Regierungsrat Stephan Attiger. Damit der KGV in die Verkehrsplanung der Region aufgenommen werden kann, muss er vom Einwohnerrat zur Kenntnis genommen werden.

Mit dem KGV «soll die Verkehrs- und Siedlungsentwicklung aufeinander abgestimmt werden», schreibt der Stadtrat in seiner Botschaft. Dafür sind verschiedenste Massnahmen vorgesehen. Diese betreffen unter anderem das Parkieren. Schon lange wird in Lenzburg vermisst, was Aarau hat: ein Parkleitsystem

Der KGV verlangt per sofort ein Konzept für ein Parkleitsystem, das folgende Parkplätze und Parkhäuser einbinden soll: Berufsschule, Schloss, Malaga, Erlengut, Sandweg, Kronenplatz, Seifi, Müli-Märt, Schwimmbad, Obere Mühle, Sportanlagen, Turnerweg, Murackerstrasse, Bahnhof, Gleis Nord. Die Umsetzung im Massnahmenplan wird mit kurzfristig (1 bis 3 Jahre) bis mittelfristig (3 bis 10 Jahre) angegeben.

Gebühren für öffentliche und private Parkplätze

Eine weitere wichtige Änderung, die der KGV bringt, sind die Parkgebühren. Im Fall der nachträglich eingeholten Baubewilligung des Lenzo-Parks gab es einen Vorgeschmack davon. Im Baugesuch war schon damals gemäss KGV erwähnt, dass die Parkplätze kostenpflichtig sein sollten.

Die flächendeckende Bewirtschaftung gilt für öffentliche Parkplätze gleich wie für öffentlich zugängliche Privatparkplätze. Und auch Firmenparkplätze werden nicht ausgenommen. Bei Bedarf könnte auch für Beschäftigten-Parkplätze bei grösseren Unternehmen eine Gebührenpflicht vorgeschrieben werden, heisst es im KGV.

Weitere Massnahmen betreffen die Verschiebung der parkierten Autos in den Untergrund. Mietverträge von oberirdischen Parkplätzen sollen gekündigt werden. Des Weiteren soll auf der Südseite der Altstadt (Nähe Ammerswilerstrasse) eine neue Tiefgarage gebaut werden. «Nach Möglichkeit werde diese unterirdisch in Kombination mit der Entwicklung des Seifi-Areals erstellt», steht im KGV.

Für diese langfristige Massnahme sieht der KGV aber schon mehrere Konflikte. Zum Beispiel die hohen Kosten oder einen Konflikt mit den Verkehrsberuhigungsmassnahmen Ammerswilerstrasse. Auch für den Veloverkehr gibt es Massnahmen. Unter anderem soll die Lücke im kantonalen Radroutennetz zwischen Staufen und Seon geschlossen werden – Priorität kurzfristig.

Halbstundentakt für alle Buslinien

Die Verbesserung von Kreuzungen gehört ebenfalls zu den Massnahmen. Das Projekt Neuhof ist eine der grössten Baustellen im Kanton und seit mehr als einem Jahr in vollem Gange. Und auf der Ammerswilerstrase soll zwischen der Widmi und der Burghaldenstrasse Tempo 30 eingeführt werden.

Auch für ÖV-Nutzer hat der KGV Massnahmen parat. So wurde die neue S-Bahnlinie S11 mit Halbstundentakt in den Stosszeiten bereits eingeführt. Der 30-Minutentakt soll auch auf allen Buslinien eingeführt werden. Und auch das Lenzburger ÖV-Sorgenkind ist eine Massnahme des KGV: «Neugestaltung Bahnhofareal».

Darin inbegriffen sind eine Personenunterführung im Westen, ein Bushof und eine neue Velostation. Der Baustart für den neuen Bahnhof soll 2024 erfolgen (AZ vom 11.4.2019).
Auch die Kreditabrechnung für den KGV ist ein Traktandum der Sitzung.

Die Kosten für Lenzburg betragen rund 173'977 Franken. Insgesamt wurde von allen Gemeinden für die Erarbeitung des KGV ein Kredit von 300'000 Franken bewilligt, der um 11'228 Franken überschritten wurde.

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