«Vierländereck»

Parkier-Chaos: «Schlatt» wird zu fest geliebt

Ein beliebtes Naherholungsgebiet: der Aabach im Schlatt. Gestört wird das Idyll einzig von parkierten Autos.

Naturfreunde und Landwirte fühlen sich im Schlatt-Gebiet von den wildparkierten Autos gestört. Sie fordern klare Regelungen.

Das Schlatt gilt bei vielen Naturfreunden, Hundehaltern und Freizeitsportlern als Naherholungszone – vor allem bei schönem Wetter. Es liegt im «Vierländereck» (Seon, Egliswil, Seengen und Hallwil). 2014 wurde der Aabach, der durch das Gebiet fliesst, renaturiert. Die einengenden Betonelemente wurden dabei entfernt.

Was auffällt: Besucher des Gebietes stellen ihre Autos an den unterschiedlichsten Orten ab. Am Wegrand, beim Wald oder auf den Wiesen und Zufahrten zum Landwirtschaftsgebiet. Gerade das Parkieren auf den Landwirtschaftsstrassen stellt für die Landwirte ein Problem dar. Oft können sie so nicht zu ihren Feldern gelangen. Auch der kleine Parkplatz direkt neben dem Reitplatz beherbergt des Öfteren einige Fahrzeuge.

An vielen dieser Orte dürfte man jedoch nicht parkieren, wie Markus Basler, Leiter Fachgruppe Verkehr bei der Regionalpolizei Lenzburg, erklärt: «Die Situation im Schlatt-Gebiet ist sehr komplex, weil es wenige Signalisationen gibt. Verboten ist das Parkieren und Befahren von Strassen innerhalb eines Fahrverbotes.» Auch das Parkieren auf Wiesen sei verboten, wie Basler erklärt: «Die Wiesen gehören zum Kulturland der Bauern und sind somit Privatgrundstücke. Das ist vergleichbar mit Grundstücken in Siedlungsgebieten, da möchte man auch nicht, dass einem in den Garten parkiert wird.»

Kein offizielles Parkverbot vorhanden

Das Parkieren beim oder im Wald ist laut Waldgesetz ebenso nicht erlaubt. Etwas anders sieht die Situation beim Parkplatz neben dem Reitplatz aus. Hier steht eine nicht offizielle Tafel, die den Parkplatz für zwei Vereine reserviert. «Ein Parkverbot ist in zwei Fällen gültig. Befindet sich der Parkplatz in einem öffentlichen-rechtlichem Raum, gibt es eine offizielle Signalisation gemäss Strassenverkehrsgesetz und der dazugehörenden Signalisationsverordnung, die anzeigt, ob und wie lang das Parkieren erlaubt ist. Bei einem Privatgrundstück kann ein richterliches Verbot beantragt werden, das dann gilt. Sobald so eine Signalisation besteht, ist das Parkieren nur noch gemäss den Angaben auf den Schildern erlaubt.»

Naherholungszone als Lösung des Problems?

Doch wo darf dann im Schlatt-Gebiet parkiert werden? «Die Gemeinde Seon empfiehlt zum Beispiel, auf den Parkplatz beim Hallenbad Seon oder denjenigen beim Fussballplatz auszuweichen», sagt Basler. Die Gesamtsituation sei seiner Meinung nach unbefriedigend, da keine vollständigen Signalisationen bestehen. Markus Basler sieht die Lösung in einer sogenannten «Naherholungsgebiets-Zone». «Man würde so das ganze Schlatt-Gebiet zu einer Zone erklären und dies bei den Eingängen klar mit entsprechenden Signalisationen anzeigen. Zusätzlich würden die Parkplätze offiziell beschildert. So wäre klar, wo das Parkieren erlaubt ist und wo nicht.»

Um eine solche Zone schaffen zu können, bedarf es jedoch eines Konzepts und der Mitarbeit von mehreren Gemeinden und dem kantonalen Baudepartement. «Das Schlatt-Gebiet betrifft die Gemeinden Seon, Hallwil, Egliswil und Seengen. Man braucht einen runden Tisch um die beste Lösung für alle Seiten zu finden.» Dazu gehören auch die Landwirte. «Ich verstehe vollkommen, dass man seine Zeit gerne im Schlatt verbringt. Für mich ist es ein Naherholungsgebiet. Es bedarf jedoch neuer Lösungen, da der Druck stetig steigen wird», so Basler.

Meistgesehen

Artboard 1