Der Aargauer Outdoor-Hersteller Mammut kämpft mit sinkenden Umsätzen. Die Marke mit dem prähistorischen Felltier im Logo produziert Funktionskleidung im Hochpreissegment. Im Interview mit der az beschrieb Mammut-CEO Oliver Pabst kürzlich, wie der Konzern in Asien weiter wachsen solle. Im deutschsprachigen Raum dagegen habe sich Mammut als Premium-Marke positioniert. Das bedeutet: hohe Qualität für einen hohen Preis. Deshalb hat Mammut Massnahmen gegen Rabatte eingeleitet.

Rampenverkauf wird reduziert

Noch verkauft Mammut ihre Produkte auch selbst zu vergünstigten Preisen: Im täglich geöffneten Outlet am Hauptsitz und am Rampenverkauf, der in unregelmässigen Abständen stattfindet. Wird es dies künftig nicht mehr geben? «Den Rampenverkauf werden wir schrittweise reduzieren», sagt Daniela Enke, Pressesprecherin von Mammut. Auch bei den Outlets werde es Anpassungen geben. «Ein Fabrikverkauf ist ein etablierter Absatzkanal, wenn man das anspruchsvoll und professionell macht, sprich Vorjahresware verkauft», sagt Enke.

Schon länger als das Outlet am Mammut-Hauptsitz gibt es dasjenige im Sportgeschäft Döbeli Sport in Seon. Inhaber Martin Schiesser erhält jeweils eine Liste, aus der er die Produkte für sein Outlet auswählen und mit 30 Prozent Rabatt verkaufen kann. «Ich mache weiter wie bisher», sagt er. Er habe gerade einen neuen Einkauf getätigt. Dass die Outletprodukte beliebt sind, hat er an den Umsatzeinbussen gemerkt, die er durch die Eröffnung des Outlets in der Birren gemacht hatte. Schiesser hat sich daraufhin entschlossen, eine neue Marke in das Outlet aufzunehmen, um die Einbussen durch die Konkurrenz des Fabrikoutlets zu kompensieren. Neu bietet er auch Produkte des schwedischen Premium-Herstellers Haglöfs an. «Je nachdem, wie es mit Mammut weitergehen wird, müsste ich auf neue Impulse und Ideen setzen», sagt Schiesser.

Outlet-Produkte sind beliebt

Das Geschäft mit den Mammut-Outletprodukten laufe gut. Doch die Kunden seien durchaus auch bereit, den vollen Preis zu zahlen. «Wir haben ein ganzes Stockwerk mit Mammut-Produkten. Wenn ein Kunde im Outlet nicht fündig wird, kommt es schon vor, dass er ein entsprechendes Produkt zum regulären Preis kauft», sagt Schiesser. Outlet und Normalpreisabteilung würden mit einer kompetenten Beratung gut zusammen funktionieren. Natürlich gebe es auch die Schnäppchenjäger. Martin Schiesser hat jedoch Verständnis dafür, dass Mammut die Position als Premiummarke mit hohen Preisen verteidigen will.