Othmarsingen / Hendschiken
Othmarsinger kämpfen radelnd um ihren Oberstufenstandort

Lehrer und Behörde rufen zu Fahrrad-Kundgebung auf: «Bitte lasst die Schule Othmarsingen nicht hängen!»

Barbara Vogt
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Schulpflegepräsident Mark Hämmerli, Sekundarlehrerin Marianne Eigenmann, Schulsekretärin Kathrin Seeholzer und Schulleiter Paul Fischer (von links) sind startklar.

Schulpflegepräsident Mark Hämmerli, Sekundarlehrerin Marianne Eigenmann, Schulsekretärin Kathrin Seeholzer und Schulleiter Paul Fischer (von links) sind startklar.

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«Liebe Hendschiker, bitte lasst die Schule Othmarsingen nicht hängen! Die Lehrer an der Schule holen das Beste aus unseren Kids. Das kann nicht das Ende sein.»

Diesen Hilferuf schrieb eine besorgte Mutter in der sms-Spalte der az Aargauer Zeitung. Sie hat Grund zur Sorge: Der Oberstufenstandort Othmarsingen mit Schülern aus der eigenen Gemeinde sowie aus Hendschiken ist gefährdet, weil er laut dem Departement für Bildung, Kultur und Sport zu klein ist. Der Regierungsrat empfahl Othmarsingen, den Schulstandort 2013/14 aufzulösen.

Hendschiken machte sich bereits vor längerer Zeit auf die Suche nach einem neuen, sicheren Standort. An der Gmeind im Mai beschliesst der Souverän über einen Beitritt zur Kreisschule am Maiengrün mit Schulstandort Dottikon.

Wechseln die Hendschiker nach Dottikon, so bedeutet dies der Todesstoss für den Oberstufenstandort Othmarsingen. Das finden die betroffenen Lehrer und Schulbehörde schade. Deshalb rufen sie zu einer Kundgebung auf: Vor der entscheidenden Gemeindeversammlung fahren sie mit dem Fahrrad nach Hendschiken und informieren dort über die bedrohliche Situation. «Jetzt haben wir es in der Hand, für unseren Schulstandort zu kämpfen», sagt Schulpflegepräsident Mark Hämmerli.

«Zünglein an der Waage»

Er und sein Team hoffen, dass sich auch Eltern auf den Sattel schwingen und mit nach Hendschiken radeln. Ziel der Aktion sei es, mit möglichst vielen Leuten aus beiden Gemeinden ins Gespräch zu kommen. «Wenn wir zusammenarbeiten, haben wir eine Chance, den Standort zu behalten.» Laut Berechnungen der Schule Othmarsingen könne man mit den Hendschiker Schülern die Mindestanzahl Schüler (25 pro Jahrgang) aufrechterhalten.

«Hendschiken spielt dabei das Zünglein an der Waage», betonen Hämmerli und sein Team. Zwar ist man sich bewusst, dass kinderarme Jahre, das heisst eine «Durststrecke», auf die Schule zukommt. Eine Studie der Metron zeige jedoch, dass Othmarsingen ab 2020 die Mindestanzahl Schüler wieder erreiche. «Die Geburtenrate steigt. Ausserdem baut Othmarsingen viel. Das zieht Familien mit Kindern an.»

Mark Hämmerli sagt, dass sich eine Aufhebung des Schulstandorts Othmarsingen negativ auf die Kinder auswirke. «Wir sind eine kleine, persönliche Schule. Müssen wir in einen grossen Verbund wechseln, versinken die Schüler in der Anonymität.»

Fahrrad-Kundgebung Donnerstag, 3. Mai. Besammlung Oberstufenschulhaus Othmarsingen 17.30 Uhr, Ankunft Schulhaus Hendschiken zirka 18 Uhr.