Davon zeugen nicht nur verschiedene, in Realisierung begriffenen Bauten, sondern ebenso mehrere Baugespanne. Und tatsächlich ist in der Gemeinde «einiges los», wie Gemeindeammann Fritz Wirz bestätigt:

«Unsere Bauverwaltung kann sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen. Verschiedene Überbauungen sind bewilligt und können demnächst in Angriff genommen werden. Andere Bauvorhaben sind im Planungsstadium oder es läuft bereits das Bewilligungsverfahren», erklärt er.

Steuerfuss kontinuierlich gesenkt

Die rege Bautätigkeit der Gemeinde am unteren Ende des Bünztals ist wohl auch, aber nicht nur, eine Folge des Steuerfusses, der innerhalb der vergangenen sechs Jahre kontinuierlich von 123 auf 112 Prozent gesenkt werden konnte. Damit liegt Othmarsingen zwar noch über dem kantonalen Mittel von 109 Prozent, kann aber im regionalen Vergleich deutlich besser mithalten als auch schon.

Für Fritz Wirz ist aber nicht nur die Entwicklung des Steuerfusses dafür massgebend, dass seine Gemeinde in 20 Jahren von rund 1800 auf 2400 Einwohner gewachsen ist: «Wir profitieren wesentlich von der verkehrsmässig günstigen Lage», ist er überzeugt. Der Anschluss an die A1, die Anbindung an den Regionalbus Lenzburg sowie die S-Bahn-Verbindungen machten das Dorf attraktiv: «Im Rating der ‹Weltwoche› von 2010 haben wir beim Kriterium ‹Erreichbarkeit der Arbeitsplatz-Agglomerationen› unter den 842 bewerteten Gemeinden in der Schweiz den 23. Platz belegt», hält Wirz fest und bekräftigt: «Auch im Bereich ‹Dynamik› haben wir mit dem 122.Platz gut abgeschnitten.»

Das Privileg der optimalen Verkehrsanbindung hat jedoch auch seinen Preis. Othmarsingen muss jährlich rund 100 Franken pro Einwohner und Einwohnerin an den öffentlichen Verkehr bezahlen.

Hohe Beiträge an den öV

Hägglingen, die nahe gelegene Gemeinde mit schönen Wohnlagen, bezahlt jährlich knapp 20 Franken pro Einwohner. Zum andern bringen Autobahn, Bahn und Kantonsstrassen auch Lärm: «Diesbezüglich sind wir sicher weniger privilegiert», sagt Wirz, hält aber gleichzeitig fest: «Von der Autobahn werden wir nach der laufenden Sanierung deutlich weniger hören und im Gegenzug können wir unseren Bewohnern attraktive und ruhige Erholungsgebiete in unmittelbarer Nähe anbieten sowie eine intakte Infrastruktur im Dorf, unter anderem mit guten Einkaufsmöglichkeiten.» Diese Kombination von ländlicher Umgebung und guter Erreichbarkeit mit privaten und öffentlichen Verkehrsmitteln ist laut Gemeindeammann denn auch dafür verantwortlich, dass kaum Wohnungen leer stehen.

«Wir stellen fest, dass viele junge, gut ausgebildete Leute bei uns Wohnsitz nehmen, die noch keine Familie gegründet haben. Das wirkt sich positiv auf unser Steuersubstrat aus.»

Wirz ist überzeugt, dass die in Realisierung und Planung befindlichen Wohneinheiten im Dorf einem Bedürfnis entsprechen. Vor der Realisierung steht eine Überbauung mit neuer Post, Bancomat und Wohnungen im Zentrum, im Gebiet Ölberg sind gegen 40 geplante Wohneinheiten auf gutem Weg, an der Dottikerstrasse sind drei Einfamilienhäuser und ein Doppeleinfamilienhaus, an der Wilhalde fünf Einfamilienhäuser und zwei Doppeleinfamilienhäuser geplant, an der Mägenwilerstrasse stehen zwei Gewerbebauten vor der Realisierung. Der Gemeinderat, sagt Wirz, lege trotz Bauboom Wert auf eine kontinuierliche und nicht überbordende Entwicklung.