Othmarsingen
Ortsbürger bauen zwei Mehrfamilienhäuser

Die Ortsbürgergemeinde von Othmarsingen investiert 7 Millionen Franken in 14 Mietwohnungen. Sie will eine angemessene Eigenkapitalrendite erzielen.

Ruth Steiner
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Beim Spatenstich legen die am Bau Beteiligten gleich selber Hand an.

Beim Spatenstich legen die am Bau Beteiligten gleich selber Hand an.

Christian Boss

Im Besitze der Othmarsinger Ortsbürger befinden sich bisher vor allem Wald- und Landreserven. Nun erweitern sie ihr Portefeuille um zwei Mehrfamilienhäuser mit vierzehn Mietwohnungen und einer Tiefgarage mit ebenfalls vierzehn Abstellplätzen sowie Raum für Fahrräder.

«Es ist nicht alltäglich, dass die Ortsbürgergemeinde Mehrfamilienhäuser baut», erklärte Peter Humbel, Präsident der Baubegleitkommission beim Spatenstich. Er begründete das Vorhaben damit, dass man vor Jahren nach sinnvollen Investitionsmöglichkeiten für die vorhandenen flüssigen Mittel der Ortsbürger gesucht habe. Als Eigentümerin des nun zu bebauenden Grundstücks am Högernweg habe man sich schlussendlich zu diesem Schritt entschlossen.

Im Juni 2013 bewilligte die Ortsbürgergemeinde dafür einen Verpflichtungskredit von knapp sieben Millionen Franken. Daran schiessen die Ortsbürger 2,8 Millionen Franken als eigene Mittel ein.

Familienfreundliche Wohnungen

Als die Vertreter von Bauherrschaft, Behörden und Architekten zur Schaufel griffen und den symbolischen Spatenstich vollzogen, war die grüne Wiese am Dorfeingang zwischen Bahndamm und weiteren Mehrfamilienhäusern bereits Vergangenheit. Schon Stunden zuvor war der Bagger aufgefahren und rammte seine grosse Schaufel in den Boden. Man will keine Zeit verlieren: Die familienfreundlichen sechs 3,5-Zimmer-, sechs 4,5-Zimmer- und zwei 4,5-Zimmer-Attika-Wohnungen sollen bereits im 2. Quartal 2016 bezogen werden können.

Mit der Planung und Realisation des Bauvorhabens beauftragt wurde die Meinrad Müller, Architektur und Bauleitung AG aus Lenzburg. «Das Anforderungsprofil an das Projekt war und ist hoch», sagte Meinrad Müller, denn die Wohnungen sollen nicht nur zeitgemäss und komfortabel, sondern für die künftigen Mieter auch erschwinglich sein können. Hinzu kommt die Nähe zum Bahndamm, was besondere Schallschutzmassnahmen erfordert. Aus diesem Grund sind auch die Wohnräume und Aussenbereiche lärmabgewandt Richtung Süden orientiert und ermöglichen bei schönem Wetter einen freien Blick Richtung Alpen. Die zwei Liegenschaften werden mit einer Erdsondenheizung beheizt.

Die Ortsbürger haben sich bewusst für zwei Baukörper entschieden. Das halte die Möglichkeit offen, bei Bedarf ein Haus in Stockwerkeigentum umzuwandeln, hiess es. Doch ist das derzeit kein Thema. «Mit moderaten Mietzinsen wollen wir eine vernünftige Rendite unseres Eigenkapitals anstreben», umschreibt Peter Humbel die ortsbürgerliche Absicht.