Lenzburg

Ortsbürger ebnen den (Wald-) Weg: Das Naherholungsgebiet ist in Top-Zustand

Wolfgang und Marianne Waldenmaier, hier beim Fünfweiher, kennen sich im Naherholungsgebiet bereits gut aus.

Wolfgang und Marianne Waldenmaier, hier beim Fünfweiher, kennen sich im Naherholungsgebiet bereits gut aus.

In den vergangenen Wochen haben viele Menschen den Wald um die Stadt als Trainingsgelände entdeckt. Was das neu zugezogene Ehepaar Waldenmaier dabei besonders beeindruckt.

Die Fitnessstudios im Lockdown, anstelle des langen Arbeitsweges nur wenige Schritte zum Homeoffice: Viele Menschen, die man sonst an diesen Orten nicht antrifft, haben in den vergangenen Wochen den Weg in die nahen Wälder gesucht, um den Mangel an Bewegung auszugleichen und aufzutanken.

Aktiv unterwegs sind auch Wolfgang und Marianne Waldenmaier. Wenngleich aus einem andern Grund: Den passionierten Freizeitsportlern hat es vielmehr das dichte, ausgedehnte Wegnetz in den Wäldern im Lenzburger Naherholungsgebiet angetan.

Urbanität gesucht, in Lenzburg geblieben

Etwas anderes noch ist den Neuzuzügern gleich zu Beginn ins Auge gestochen: «Uns ist aufgefallen, wie unglaublich gepflegt die Waldstrassen hier sind,» sagt Marianne Waldenmaier und ergänzt lachend: «Man muss nicht jedes Mal die Schuhe putzen, wenn man nach Hause kommt.» Vor wenigen Monaten hat sie einen neuen Lebensabschnitt begonnen, umso öfter zieht es die aktive Walkerin in den Wald. Jeden Tag und bei jedem Wetter macht sie ausgedehnte Fussmärsche, am liebsten im Gebiet Berg Ebnet und Lütisbuech. Mittlerweile kenne sie praktisch jede Route und wisse, wo man ungestört seine Runden ziehen könne, erzählt die ehemalige Kursleiterin schmunzelnd.

Vor drei Jahren ist das Ehepaar aus dem Freiamt nach Lenzburg gezogen. Zuvor lebten sie fast dreissig Jahre in Buttwil. In einem Reihenhaus zogen sie zwei Söhne gross. «Das hat wunderbar gepasst», ist sich das Ehepaar einig.

Dann jedoch erwachte der Wunsch nach einer etwas urbaneren Umgebung und nach optimalen Verkehrsverbindungen. Das allein reichte jedoch nicht, um Lenzburg auf dem Radar erscheinen zu lassen. «Wir haben uns auf die Räder geschwungen und sind losgefahren», erklärt der 61-jährige IT-Spezialist und frühere Triathlet Wolfgang Waldenmaier. Die Attika-Wohnung, in der sie heute daheim sind, hat schliesslich zum endgültigen Halt in der Stadt geführt.

Ortsbürger investieren beachtliche Summen

Dass Marianne Waldenmaier ihre Laufschuhe nicht öfters reinigen muss, hat sie der Ortsbürgergemeinde (OBG) zu verdanken, ist bei Stadtoberförster und Leiter der Forstdienste Lenzia, Matthias Ott, zu erfahren. Die Forstdienste sind mit der Bewirtschaftung des Waldes beauftragt. «Die Lenzburger Ortsbürger möchten der Bevölkerung schöne Waldstrassen zur Verfügung stellen.» Aus diesem Grund investiere sie viel mehr in den Strassenunterhalt, als dass dies für die Waldbewirtschaftung eigentlich nötig wäre. Ott betont, dass regelmässig die Gräben und Durchlässe für den Wasserabfluss geöffnet, Schlaglöcher aufgefüllt und im Herbst das Laub von den Strassen entfernt würden. Periodisch werde zudem der ganze Kiesbelag erneuert.

Die Unterhaltsarbeiten lässt sich die Ortsbürgergemeinde Lenzburg eine Stange Geld kosten. Finanzministerin Franziska Möhl, für den ortsbürgerlichen Finanzhaushalt zuständig, spricht von einem beträchtlichen Betrag, den die Ortsbürgergemeindeversammlung zu diesem Zweck alljährlich mit dem Budget verabschiede. «In den vergangenen Jahren waren es stets um die 220000 Franken, welche für Instandhaltung des Waldes als Naherholungsgebiet ausgegeben wurden.» In diesem Betrag enthalten sind zusätzliche Aufwendungen für die städtische Freizeit-Infrastruktur, sagt Matthias Ott. «Bänkli, Feuerstellen und Brunnen wollen unterhalten und ab und zu ersetzt werden. Überall da, wo sich regelmässig viele Menschen im Wald aufhalten, versuchen wir so gut es geht die Sicherheit zu gewährleisten.» Manchmal reiche es gar, einen einzelnen dürren Ast zu kappen, manchmal müssten halt mehrere kranke Bäume auf einmal gefällt werden. Nebst den Auslagen für die Erholungssuchenden investiert die OBG Lenzburg zudem einen ansehnlichen Beitrag an den Naturschutz im eigenen Wald und in die Waldbildung der Schuljugend.

Wolfgang und Marianne Waldenmaier sind froh, einen neuen Anfang abseits ihres bisherigen Lebensumfeldes gewagt zu haben. «Frühzeitig, in einem Alter, in dem die Energie noch da ist, um neue soziale Kontakte zu knüpfen», betonen die beiden. An Elan mangelt es dem Ehepaar tatsächlich nicht: Marianne singt beim Musikverein mit und ist eine «Freundin der Lenzburg» geworden. Wolfgang legt bei den «Räblüs» im Rebberg der ortsbürgerlichen Rebbauern-Vereinigung Hand an.

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