Kallern

Operetten-Premiere: Die Seetaler «Fledermäuse» auf Höhenflug

Die 15. Produktion des Seetaler Operettenensembles «Die Fledermäuse» muss sich dank dem erstmaligen Einsatz eines choreografisch und gesanglich überzeugenden Chores nicht hinter den Vorstellungen der traditionellen Operettenbühnen verstecken.

Zum 20-Jahr-Jubiläum war alles eine Nummer grösser. Autorin Hanna Matti, zur neuesten Collage inspiriert vom Märchen «Das Wirtshaus Zum Spessart» von Wilhelm Hauff (auf der Bühne hier dargestellt von Ueli Lüscher) und dem gleichnamigen Film mit Lilo Pulver, hat es einmal mehr verstanden, beliebte Melodien bekannter Komponisten (etwa Johann Strauss, Bizet, Mozart, Weill) in einen turbulenten Handlungsstrang mit viel Situationskomik einzubetten.

Besonderheit: Die Paarungen fürs Happy End darf sich jeder selbst zusammenreimen. Dem Publikum im idyllischen Innenhof der Wirtschaft Niesenberg in Kallern gefiel die Premiere von «Das Wirtshaus Zur SpassArt». 

Ausschnitte aus der Premiere des «Fledermäuse»-Ensembles.

Ausschnitte aus der Premiere des «Fledermäuse»-Ensembles.

Etliche Lacher und aktuelle Bezüge

Wenn der «Niesenberg»-Wirt Jürg Meyer im ersten Akt als Rittmeister von Schloss Meyenberg auf der Bühne steht, und ausgerechnet er in der Absteige «Zur SpassArt» keine Kammer mehr erhält, provoziert dies natürlich etliche Lacher.

Sanfte Anspielungen auf den Zustand der EU und die Situation von Fahrenden – der zweite Akt spielt in einem Zigeuner-Camp – sorgen für aktuelle Bezüge. Trotz drohender Absturzgefahr bleibt das Stück auch in diffizilen Bereichen auf der sicheren Seite.

Alte Werte und Versprechen für die Zukunft

Kernstück bleiben auch diesmal die Lieder. Kongenial vom Salonorchester «La Jalousie» unter der musikalischen Leiterin Sabine Bachmann-Frey begleitet, konnten die langjährigen «Fledermäuse»-Mitglieder ihre Stärken ausspielen: Jeanne Pascale in einer Doppelrolle als Zigeunerin Layla und Fürstin Sandau von und zu Meyenberg, Barbara Suter-Kraft als umwerfende Fürstentochter Viktoria sowie als Chorleiterin und Alois Suter als Handwerksbursche Felix Perner und zwischenzeitlich in einer Rockrolle als Ersatz-Fürstin.

Entdeckungen gab es auch. Hans Michael Sablotny, der kurzfristig als Räuberhauptmann Ladrone einsprang, hatte mit seinem Tenor schnell nicht nur das Herz der Fürstentochter erobert.

Ein Versprechen für die Zukunft ist zudem Mirthula Siva. Die Seonerin, eine ehemalige Musikschülerin von Hanna Matti, überzeugte nicht nur mit ihrem gesanglichen, sondern auch mit ihrem für ihr jugendliches Alter schon sehr reifen schauspielerischen Talent.

Zum rundum gelungenen Abend trug das 3-Gang-Menü aus der «Niesenberg»-Küche bei: Erbsenmousse, Schweins- oder Zanderfilet und gebratener Pfirsich stehen bei der fünften Operettenproduktion an diesem Platz auf der Karte.

Weitere Aufführungen: 3., 4. und 7. August. – Beginn jeweils 19 Uhr, Apéro ab 18.30 Uhr. – Reservation über Telefon 079 217 06 35.

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