Rupperswil
Opa Fred mischt das Altersheim auf

Ums Erben und ums Elend in einem Altersheim gehts im Lustspiel der Theatergemeinschaft Tangram. Opa Fred führt alle an der Nase herum. Am Freitag ist Premiere.

Peter Weingartner
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Fred freut sich mit der Enkelin.
13 Bilder
«Chrampf im Altersheim» der Theatergemeinschaft Tangram
Der neue Pseudo-Arzt widerspricht der Heimleiterin.
Karins Freund muss unter die Dusche.
Opa Fred mir der schwerhörigen Irma.
Bald wird sie handgreiflich.
Manöverkritik an der Probe.
Hat er das Testament endlich unterschrieben.
Fred mit Kumpel Paul.
Fred lässt sich die Haare machen.
Fred ist die Sache nicht geheuer.
Irma hat ein Auge auf Fred geworfen.
Fred hat wieder einen Anfall.

Fred freut sich mit der Enkelin.

Peter Weingartner

«Porca Miseria!», schreit Maria, die italienische Putzfrau im Altersheim: Am Boden liegt Fred Müller. Maria holt die Leiterin des Altersheims, und, oh Wunder, Fred ist wieder putzmunter. Er hat Yoga gemacht. Die Chefin schwört Rache, und Fred fühlt sich wie im Gefängnis: «Altersschreck sollte das Heim heissen.»

Tangram, die Rupperswiler Theatergemeinschaft, leistet in ihrem heurigen Lustspiel «Chrampf im Altersheim» von Bernd Gombold keinen ernsthaften Beitrag zur alterspolitischen Diskussion. Oder doch? Maria möchte mehr arbeiten, doch das Heim muss sparen. Vor allem aber darf gelacht und geschmunzelt werden, denn Opa Fred hält das Heim auf Trab. «Eine dankbare Rolle», sagt Adi Tinner, der den sympathisch «renitenten» Bewohner gibt. Er kann seinen Schalk voll ausspielen.

Schamlose Gier

An der Probe letzte Woche, noch ungeschminkt und die meisten in Zivilkleidung, wird viel gelacht. Opa Fred verbündet sich mit der Enkelin Karin. Sie versorgt ihn mit Lebensmitteln, die er hinter einer Buchattrappe versteckt. Mit seinen Kindern freilich hat er Pech. Der eine, getrieben von seiner Frau, ist so geizig, dass er die Stoppuhr zückt, wenn Karin telefoniert, und er gönnt seinem Vater im Heim nicht einmal die Terrasse. Der andere, 12 Jahre nicht gesehen, stapelt hoch, dabei hat auch er es bloss aufs Erbe abgesehen. Es geht turbulent zu auf der Bühne des Aarehauses, denn da sind auch noch Zimmernachbar Paul, etwas verwirrt, und die schwerhörige Irma Bünzli, die sich, zwar ohne finanzielle Hintergedanken, an Fred heranmacht. Regisseurin Monika Weber spielt sie, weil sie «keine solche alte Gumsle» gefunden hätten. Diese Doppelfunktion möchte sie nicht mehr, denn «man sieht sich selber nicht auf der Bühne». Zum Glück seis nicht eine grosse Rolle. Präsidentin Ursula Rapolani übernimmt die Manöverkritik. «Sprecht nicht zu schnell, und studiert, was ihr noch an Requisiten braucht», sagt sie nach dem zweiten Akt.

Unerwartete Verwicklungen

Freds Masche zieht immer wieder: schlummern, zusammenbrechen, um umso genauer zu hören, was die lieben Verwandten vorhaben, woran sie denken. Ans Erben natürlich! Und da muss ein Testament her. Schliesslich kommt es zu unerwarteten Verwicklungen – die Welt ist ja so klein – denn Enkelin Karin hat einen Freund, der sich von Fred trefflich einspannen lässt. Dominik Hochuli spielt ihn. Der 23-Jährige steht, abgesehen von Schultheatererfahrungen, erstmals auf der Bühne, animiert von seiner Mutter. «Es macht Spass», sagt er. Zumal er auch noch der Heim-Chefin einen grossen Strich durch die Rechnung machen kann.

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