Boniswil

Online-Petition gegen Überbauung: Anwohner befürchten «Bausünde»

Der Boniswiler Ortsteil Alliswil: Der Bauernhof im Vordergrund soll der grossen Überbauung weichen.

Der Boniswiler Ortsteil Alliswil: Der Bauernhof im Vordergrund soll der grossen Überbauung weichen.

Gegen die geplante Arealüberbauung mit 29 Wohnungen in Boniswil hat eine Alliswilerin eine Online-Petition lanciert – und findet breite Unterstützung.

Es seien die Ausmasse des Gebäuderiegels gewesen, die sie schockiert haben, sagt Stefanie Beeler. Beeler wohnt in Alliswil, einem Ortsteil der Gemeinde Boniswil. Hier soll eine Arealüberbauung mit 29 Wohnungen entstehen. Geplant sind fünf 2,5-Zimmer-­Wohnungen, 13 Wohnungen mit 3 und 3,5 Zimmern und elf 4,5-Zimmer-Wohnungen. Gemäss dem Baugesuch soll das geplante Gebäude 98 Meter lang und 14,5 Meter breit werden. Zudem ist eine Fassadenhöhe von knapp 11 Meter ab gewachsenen Terrain vorgesehen.

«Die Dimensionen des Bauprojektes sprengen jeglichen Rahmen und sind mit dem Landschafts- und Ortsbild nicht zu vereinbaren», sagt Stefanie Beeler. Die Boniswilerin hat deshalb eine Online-Petition auf www.petitio.ch lanciert. Innerhalb von zwei Tagen fand diese bereits rund 280 Unterstützer.

Verkehr werde markant zunehmen

Im Text zur Petition kritisiert Beeler vor allem die Grösse des geplanten Objektes. «Am ganzen Hallwilersee gibt es kein vergleichbar wuchtiges Gebäude», schreibt sie. «Es soll in unmittelbarer Nähe des Seeuferwegs mitten im dörflichen Alliswil gebaut werden und wird in seiner Höhe und Länge weit herum sichtbar sein», heisst es zudem in der Petition.

Doch nicht nur die Dimensionen des Baus machen Beeler Sorgen, sondern auch die Folgen der Neuzuzüger in die geplanten 29 Wohnungen. «Wir haben eine schlechte Anbindung an den öffentlichen Verkehr, zum Bahnhof benötigen wir zu Fuss 20 Minuten. Jede dieser knapp 30 Wohnungen hätte ein bis zwei Autos mehr zur Folge. Der Verkehr würde im Quartier also markant zunehmen.» Zudem werde die Bevölkerungsanzahl in Alliswil, wo momentan 50 Haushalte sind, mit dem Bau von nur einem Gebäude stark vergrössert. Auch das Gespräch mit der Architektin hat die ­Boniswilerin gesucht: «Sie hat gesagt, dass ihr bewusst sei, dass es ein radikaler Bau sei. Die Bauherrschaft wolle dieses Risiko aber eingehen.»

Projekt muss ins Landschaftsbild passen

Stefanie Beeler erwartet nun vom Boniswiler Gemeinderat eine Reaktion: «Wir wünschen uns, dass der Gemeinderat innerhalb seiner Möglichkeiten bei diesem Projekt eingreift. Das Projekt soll in dieser Grösse abgelehnt werden. Sonst wird hier ein Präjudiz geschaffen.»

Beeler ist nicht komplett gegen einen Neubau. So ist in der Online-Petition folgender Lösungsvorschlag formuliert: «Unser Ziel ist es, dass das Projekt abgelehnt wird. Es soll landschaftsverträglich gebaut werden», heisst es. «Ein Projekt so nahe an der Hallwilerseeuferschutzzone muss sich zwingend ins Siedlungs- und Landschaftsbild einpassen und nicht Längen- und Höhenrekorde aufstellen», ergänzt Stefanie Beeler.

Für sie sei es auch unverständlich, wieso in einem Quartier wie Alliswil verdichtet gebaut werde. «Es macht wenig Sinn, in Zentrumsferne hochverdichtet zu bauen. Die BNO sollte Themen wie Gebäudelängen in allen Zonen limitieren. Wenn der Bau in dieser Grösse realisiert wird, steht Boniswil auf der Liste der Gemeinden mit den grössten Bausünden zuoberst.»

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