Kiesabbau
Ohne Gegenstimme für mehr «Kies»

Der Einwohnerrat stimmte den Nutzungsordnungsänderungen im Gebiet Lenzhard diskussionslos zu. Mit dem Abbau von Kies und der entsprechenden Aufbereitung von Beton in der Region Lenzburg können künftig viele lange Lastwagenfahrten eingespart werden.

Fritz Thut
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Ohne Gegenstimme schufen die Lenzburger Einwohnerräte den eigenen Ortsbürgern die finanzielle Grundlage für die nächsten Jahrzehnte. Mit der Zustimmung zur Änderung der nötigen Planungsinstrumente kann im Gebiet Lenzhard auch in Zukunft Kies abgebaut werden.

Es handle sich hier um ein «komplexes, wichtiges Geschäft», leitete Stefan Zantop (grüne) als Sprecher der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission (GPFK) seine Ausführungen ein. Die nun erfolgte Sanktionierung der Nutzungsplanungsanpassungen sei einer der letzten Schritte in einem langen Verfahren. «Nicht selbstverständlich» sei die Zustimmung des Kantons zur nötigen Richtplananpassung gewesen, blickte Zantop zurück: Im Aargau gebe es schon genug Kiesabbauflächen, «da brauchte es von Lenzburg gute Argumente».

Diese konnte man liefern: Mit dem Abbau von Kies und der entsprechenden Aufbereitung von Beton inmitten der Bauboom-Region Lenzburg können künftig viele lange Lastwagenfahrten eingespart werden, unterstrich Ratsneuling Benjamin Kyburz (evp) kurz nach der Vereidigung einen von vielen ökologischen Aspekten. Die nach dem Abbau zu erfolgende Renaturierung ist zudem schon bis in alle Details geregelt.

Örtliche Kulturförderung

Positiv werteten verschiedene Redner, dass der Erlös hier nicht Privaten, sondern der Öffentlichkeit zugutekommt. «Damit ist die Zukunft der Ortsbürger gesichert und so auch ein wichtiger Teil der örtlichen Kulturförderung», so Edith Zeller (svp).

Urs Egloff (cvp) wusste, dass das Gesuch beim Kanton unter anderem wegen möglicher Gefahren für das Grundwasser «keine Begeisterung ausgelöst» habe, doch das Positive, dass hier lokale Gemeinden profitieren würden, habe die Bedenken eliminiert. Während Jasmin Alvarez (grüne) noch wissen wollte, ob mit dem Kiesabbau Importe verhindert werden können, strich Michael Madöry (sp) die Nutzen für die Natur hervor: «Es entsteht ein Schutzgebiet von 6 Hektaren.»

Einstimmig wurde dem Geschäft zugestimmt und Ratspräsident Michael Häusermann (svp) machte als Kieswerkkommissionsmitglied abschliessend auf den Tag der offenen Tür am 17. September aufmerksam.