Elf Fragenkomplexe mit rund fünf Dutzend Detailaspekten. Die Bevölkerung von Hunzenschwil konnte ihrer Gemeinde in einer von Roger Zimmerli formulierten und ausgewerteten Umfrage Noten austeilen.

Das Zeugnis, das die Hunzenschwiler ihrem Dorf ausstellen, präsentiert sich grossmehrheitlich sehr positiv. Ausgerechnet das jüngste Segment der Umfrageteilnehmer (18- bis 25-Jährige) machte das Kreuz bei der Frage «Wohnen Sie gerne in Hunzenschwil?» nur in den beiden positivsten Antwortmöglichkeiten (gerne, ziemlich gerne). Dieses Detail kann die Verantwortlichen positiv stimmen.

Beim nahezu euphorischen Grundtenor der Ergebnisse darf nicht übersehen werden, dass sich bei genauerer Analyse der Auswertungszahlenflut durchaus auch ein paar Tolggen im Reinheft finden lassen. Nicht mit allen Angeboten im Dorf und bei allen Dienstleistungen der Gemeinde erreicht die Zufriedenheitsquote Werte wie bei Volksbefragungen in totalitären Staaten. Hohe 88,4 Prozent sind beispielsweise mit den Gemeindeinformationen sehr oder ziemlich zufrieden.

Zu schnelles Wachstum

Markant tiefer ist die Zufriedenheitsquote etwa beim Anschluss an den öffentlichen Verkehr. Obwohl hohe 94,5 Prozent diesen Bereich als für die Gemeinde wichtig einstufen, gibt es über einen Viertel (27,2 Prozent), die mit diesem Bereich nicht zufrieden sind.

Einem noch höheren Anteil der Umfrageteilnehmer erscheint die medizinischen Versorgung im Dorf unzulänglich: 26,3 Prozent sind eher unzufrieden, 5,7 Prozent ganz unzufrieden. «Dies ist ein Bereich, der vom Gemeinderat nicht beeinflusst werden kann», bedauert Gemeindeammann Silvana Richner diese tiefe Zufriedenheitsquote. Bei der Nachfrage, was denn in der Gemeinde Hunzenschwil am meisten stört, nannten rund 16 Prozent und damit am meisten die zu grosse Bautätigkeit, insbesondere von Mehrfamilienhäusern. Offensichtlich fordert das schnelle Wachstum seinen Tribut, stören sich doch etliche weitere am Verkehr auf der Hauptstrasse. Hingegen wird die zentrale Lage und die gute Anbindung oft auch als positiv vermerkt.

Was passiert nun mit den Erkenntnissen aus der Umfrage? «Die Ergebnisse werden in die Legislaturziele einfliessen. Sie werden nach Möglichkeit und Priorität umgesetzt», so Richner.

Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund regt Umfrageautor Roger Zimmerli an, die umfassende Bevölkerungsbefragung keine Eintagesfliege sein zu lassen: «Ich habe dem Gemeinderat vorgeschlagen, die Umfrage in fünf Jahren nochmals zu wiederholen. So kann kontrolliert werden, ob die Anpassungen Wirkung zeigen.»