Othmarsingen

Nutzungsplanung ohne Gewerbezone biegt auf die Zielgerade ein

Vizeammann Hans Rätzer ist zuständig für die Gesamtrevision der Othmarsinger Nutzungsplanung. Fritz Thut

Vizeammann Hans Rätzer ist zuständig für die Gesamtrevision der Othmarsinger Nutzungsplanung. Fritz Thut

Noch bis zum 3. September liegt die Gesamtrevision der Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland öffentlich auf – im November entscheidet das Stimmvolk darüber.

In Othmarsingen biegt die Gesamtrevision der Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland auf die Zielgerade ein. Noch bis Anfang September liegt das Planwerk, das die weitere Entwicklung der Gemeinde mitsteuern wird, öffentlich auf und an der Herbstgemeindeversammlung vom 15. November soll das Stimmvolk darüber abstimmen.

Gewerbe-Einzonung zurückgestellt

Eines der wichtigsten Gemeinde-Anliegen der gesamten Nutzungsplanungsrevision, die Ausscheidung von neuem, dringend benötigtem Gewerbeland, musste mitten im Prozess ausgeklammert werden. Der Volksentscheid über das neue nationale Raumplanungsgesetz im letzten März führte dazu, dass im Kanton Aargau vorerst keine zusätzlichen Flächen eingezont werden können.

«Wir haben hier einen saudummen Moment erwischt», hadert der zuständige Vizeammann Hans Rätzer mit der unglücklichen Konstellation.

Der Gemeinderat hat deshalb entschieden, die Neueinzonung von Gewerbeflächen (vorgesehen sind an bereits ausgewiesene Zonen angrenzende Areale in den Gebieten Fallenacker Nord und Dottikerstrasse-Wiesenweg) von der aktuellen Gesamtrevision abzukoppeln.

«Der Gemeinderat hat beschlossen, dieses ihm wichtige Anliegen in einem separaten Verfahren voranzutreiben», so Rätzer. Wie durch höhere Gewalt fehlt der Othmarsinger Gesamtrevision mit dieser Rücksichtnahme auf eidgenössische und kantonale Entscheide mitten im Verfahren ein zentrales Element.

Genug Reserven fürs Wohnen

Man habe jedoch mit der restlichen Vorlage, die laut dem zuständigen Gemeinderat rund 90 bis 95 Prozent ausmache, nicht zuwarten wollen.

Hier wird das Verfahren voll durchgezogenen. Nach dem Mitwirkungsverfahren, an dem im letzten Jahr alle Interessierten teilnehmen konnten und schliesslich 21 Eingaben eingereicht wurden, können während der aktuell laufenden Auflage nur Direktbetroffene Einwendungen erheben.

Im Bereich Wohnen sind keine Neueinzonungen vorgesehen. «Wir haben genügend Reserven für Wohn- und Mischzonen», hält Vizeammann Rätzer fest. Die nicht überbauten Bauzonen haben ein «Potenzial von rund 400 weiteren Einwohnern».

Hinzu kommen die überbauten Flächen, zum Beispiel das Centravo-Areal, die in absehbarer Zeit neu der Wohnnutzung zugeführt werden mit einer Kapazität von einigen hundert Einwohnern.

Weiter kann die Zahl mit dem verdichteten Bebauen bestehender Wohnzonen dem Zeitgeist entsprechend deutlich gesteigert werden.

Neuer Ortsbildschutzperimeter

«Wir legen grossen Wert auf die Siedlungsqualität», so Rätzer. Dazu gehört nicht zuletzt der Ortsbildschutzperimeter entlang der Hauptverkehrsachsen, der quasi auf die sonstige Zonenzuteilung gestülpt wird.

Damit wird der charakteristische Strassenraum gesichert. Diese wegweisende Planungsmassnahme wird von den zuständigen Fachstellen im kantonalen Vorprüfungsbericht ausdrücklich begrüsst.

Der Planungskommission und dem Gemeinderat ist zudem die Stärkung des Dorfzentrums ein grosses Anliegen.

Damit sich dieses dynamisch und zukunftsgerichtet entwickeln kann, wurde die bisher sehr kleine Kernzone stark vergrössert und ein Bereich festgelegt, in dem mittelgrosse Verkaufsnutzungen bis maximal 2000 Quadratmeter Nettoladenfläche zulässig sind.

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