Reformierte Synode
Nur noch ein Partner für das Tagungshaus «Rügel»

Die Stiftung Gärtnerhaus zieht sich als möglicher Partner für das Tagungszentrum ob Seengen zurück. Der Kirchenrat setzt derweil auf Seehotel Hallwil. Die Zukunft hängt vom Entscheid der Synode morgen Mittwoch ab.

Mathias Küng
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Tagungszentrum Rügel: Wer will es?
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Hallwilersee - Vom Tagungszentrum Rügel aus fotografiert
Sonnenuntergang vom Rügel aus fotografiert
Tagungszentrum Rügel
Tagungszentrum Rügel Seengen oberhalb Hallwilersee

Tagungszentrum Rügel: Wer will es?

AZ

Die jahrelange Suche nach einer langfristigen Partnerschaft für das Tagungshaus Rügel der Reformierten Landeskirche Aargau hoch über dem Hallwilersee steht unter einem wahrhaft schwierigen Stern. Dies zeigt die neuste Entwicklung. Denn ab sofort stehen für den Entscheid an der Synode von morgen Mittwoch in Suhr nicht mehr zwei, sondern nur noch ein möglicher Partner zur Diskussion: nämlich das Seehotel Hallwil. Das ändert vieles für die Synode, an der aufgrund der vorangegangenen Diskussionen in den Fraktionen eine spannende Ausmarchung zwischen zwei sehr unterschiedlichen Konzepten zu erwarten war.

Nach der Stiftung Satis (die az berichtete) hat sich gestern offiziell auch die Stiftung Gärtnerhaus aus Meisterschwanden als mögliche Partnerin zurückgezogen. Dies, so die Reformierte Landeskirche in einer Mitteilung, weil die mit dem Kanton kürzlich geführten Gespräche der Stiftung «keine verbindliche mittel- und längerfristige Planung und Entwicklungsmöglichkeit zeigen». Die aufgrund von Vorgesprächen mit den zuständigen Stellen im Departement Bildung, Kultur und Sport «berechtigte erhoffte Erwartungshaltung wurde nicht bestätigt», schrieb die Stiftung Gärtnerhaus der Landeskirche.

Stiftungsratspräsidentin Renate Gautschy bestätigt gegenüber der az den kurzfristigen Rückzug. Man bedaure dies ausserordentlich. Gautschy: «Mit dem Herzen sind wir immer noch bei diesem fantastischen Projekt, aber der Kopf sagt Nein.» Nun beantragt der Kirchenrat der Synode, der Partnerschaft mit dem Seehotel Hallwil (Aargau-Hotels AG) für den gemeinsamen Betrieb des «Rügel» zuzustimmen und den Kirchenrat zu ermächtigen, die entsprechenden Dokumente zu unterzeichnen und die daraus folgenden notwendigen Investitionen zu bewilligen.

Seehotel: «Unser Angebot steht»

Ändert die neue Ausgangslage etwas am Interesse des Seehotels? «Nein, für ihn selbst ändere die neue Situation nichts», sagt Gastgeber Willy Nyffenegger. Er betont, es liege in der Hoheit der Synodalen, zu entscheiden. «Unser Angebot steht.» Er hofft natürlich, dass es klappt. So könne der «Rügel» zusammen mit ihnen weiterhin als Tagungshaus mit Restauration und Hotelbetrieb betrieben werden (Projekt siehe Kästchen). Wenn die Synode dieser Partnerschaft zustimmt, folgt laut Nyffenegger eine «sanfte Renovation mit zahlbaren Investitionen». Man könne sich dann als günstiger Seminarbereich und zur Ausbildung von Sozialberufen positionieren. Denkbar und wünschbar sei auch, so Nyffenegger, einzelne geschützte Arbeitsplätze anzubieten.

Nyffenegger hofft sehr auf einen Entscheid der Synode am Mittwoch. Falls ein solcher nicht zustande kommen sollte, «werden wir wahrscheinlich auch aussteigen müssen», so Nyffenegger. Denn auch er hat einen Partner, der nächste Woche wissen will, was geht, und im Fall eines Nichtentscheids sich zurückziehe.

Wahl neuer Kirchenratspräsident

Nebst der Weichenstellung für die Zukunft des «Rügel» ist die Wahl des neuen Kirchenratspräsidenten Haupttraktandum der Synode. Sie muss zwischen fünf Kandidaten, alles Männer, entscheiden.