Meisterschwanden

Notversorgung: Tanklastwagen liefert 11`000 Liter Trinkwasser an die «Seerose»

Urs Weiss (Leiter Tiefbau), Gemeindepräsident Ueli Haller und Brunnenmeister Stefan Vatter vor der "Seerose"

Impulsspülungen bei der "Seerose" Meisterschwanden

Urs Weiss (Leiter Tiefbau), Gemeindepräsident Ueli Haller und Brunnenmeister Stefan Vatter vor der "Seerose"

Wegen Reinigung der Wasserleitungen war das 4-Sterne-Hotel während eines halben Tages vom Wassernetz abgeschnitten – so wurde das 4-Sterne-Hotel notversorgt.

Vor der «Seerose Resort & Spa» fährt ein Tanklastwagen vor. Auf seinem Rücken: 11 000 Liter Trinkwasser. Die Ladung soll die Wasserversorgung im Hotel und Restaurant sicherstellen. Sonst läge die «Seerose» während vier Stunden auf dem Trockenen.
Der Grund: Diese Woche werden im Meisterschwander Seefeld-Quartier die Wasserrohre gespült. Dafür müssen die Haushalte während eines halben Tages vom Wassernetz abgeschnitten werden.

Ablagerungen in den Rohren

Seit dem Hitzesommer 2015 führte eine hohe Konzentration von Eisen- und Manganbakterien im Trinkwasser zu Ablagerungen in den Rohren. Auch in den Wasserfiltern waren schwarze Rückstände zu sehen. Gesundheitlich zwar komplett unbedenklich, aber optisch unschön.

Eine dreiköpfige Delegation der Gemeinde macht sich bei der «Seerose» vor Ort ein Bild der Lage: Gemeindepräsident Ueli Haller, Urs Weiss (Leiter Tiefbau) und Brunnenmeister Stefan Vatter.

«Wir können den Hotelbetrieb nicht für vier Stunden ausser Gefecht setzen», sagt Ueli Haller. Deshalb hat die Gemeinde den Tanklastwagen aufgeboten. «Über einen Hydranten wird das Wasser direkt in die Hauptleitungen eingespeist. So ist das ganze Hotel versorgt.»

Felix Suhner, ehemaliger Geschäftsführer und heutiger Verwaltungsratspräsident der «Seerose», bestätigt auf Anfrage der az: «Die 11 000 Liter haben in den vier Stunden gut gereicht. Zu dieser Zeit fällt nicht der grösste Wasserverbrauch an.» Etwa 1 000 Liter werden für den Spa-Bereich aufgewendet: für die Dampfsauna, die Kräutersauna und den Pool. Die Gäste können also ungestört wellnessen, obwohl das 4-Sterne-Hotel vom Wassernetz abgeschnitten ist.

«Gäste merken praktisch nichts»

Auch in der Gastronomie läuft alles nach Plan: Zum Kochen und Geschirrspülen sowie für die Kaffeemaschine steht genügend Wasser bereit. Insgesamt rund 100 Gäste werden versorgt wie an jedem anderen Tag. «Sie merken praktisch nichts», versichert Felix Suhner.

Mit einer kleinen Ausnahme: Einzig im «Cocon»-Gebäude stehe nur einer von zwei WC-Bereichen zur Verfügung. Ein Schild weise die Gäste auf die Spezialsituation mit «externem Wasserbezug» hin. Felix Suhner lobt das Vorgehen der Gemeinde: «Wir wurden frühzeitig über die Spülungen informiert, und die Gemeinde hat von sich aus den Tanklastwagen aufgeboten.»

200 bis 250 Haushalte betroffen

Die Spülaktion betrifft nicht nur die «Seerose». 200 bis 250 Haushalte seien es insgesamt, erklärt Urs Weiss. Wie haben die Betroffenen darauf reagiert? «Ich möchte der Bevölkerung ein Kränzchen winden», sagt Stefan Vatter. «Bisher hatten wir keine einzige Reklamation – obwohl die Leute im Quartier einen halben Tag ohne Wasser auskommen müssen.» Das Spülprojekt sei in der Bevölkerung sehr positiv und verständnisvoll aufgenommen worden.

Die Rohre werden mit dem hoch spezialisierten Impulsspülverfahren von den Ablagerungen befreit. Dafür wurde die deutsche Firma Hammann GmbH aus der Region Karlsruhe engagiert. Ihre Technik ist bislang einzigartig und entsprechend gefragt: Die Mitarbeiter von Hammann reisen für ihre Aufträge durch halb Europa. Auch in Meisterschwanden könnte das Impulsspülungsverfahren die Lösung sein: «Ich bin zuversichtlich, dass es etwas bringt», sagt Ueli Haller.

Am Freitag ist der letzte Spülungstag. Der Erfolg der Reinigungsaktion wird in spezifischen Kontrollen überprüft. Brunnenmeister Stefan Vatter erklärt, dass er bei einer Familie wöchentlich zur Sichtkontrolle vorbeischaut. «Wir nehmen fortlaufend Wasserproben. So können wir eruieren, wie sich das Ganze entwickelt.»

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