Lenzburg

«Niemals am Rand fahren»: Pro Velo klärt auf, damit der Kreisel nicht zur Todesfalle wird

Velofahrer sollen im Kreisel aus Sicherheitsgründen in der Mitte fahren.

Velofahrer sollen im Kreisel aus Sicherheitsgründen in der Mitte fahren.

Bei falschem Verhalten droht Velofahrern im Kreisverkehr Gefahr – Pro Velo Lenzburg will Aufklärungsarbeit leisten.

Der Kreisverkehr als Todesfalle für Velofahrer: Zwei Jahre ist es her, seit eine 25-jährige Frau beim Lenzburger Bahnhofskreisel mit dem Velo tödlich verunglückte. Eine Autofahrerin hatte sie übersehen. «Kreisel sind Konfliktzonen», sagt Michael Oberle, Präsident von Pro Velo Region Lenzburg. «Und jener beim Bahnhof ist klein, unübersichtlich, der Verkehr schnell.»

Genau dort findet am Samstag die Aktion «Roter Teppich» statt, bei der Pro Velo informiert, wie sich Velo- und Autofahrer im Kreisel richtig verhalten. Der 44-jährige Oberle fährt selbst «oft und zügig» Velo und erlebte schon einige brenzlige Situationen im Kreisel. «Ein Vorstandsmitglied wurde kürzlich angefahren», ergänzt er. «Ich höre immer wieder von schweren Unfällen.»

In der Spurmitte fahren

Aber was ist es, das den Kreisverkehr so gefährlich macht? «Fährt der Velofahrer im Kreisel am Rand, kann er in den toten Winkel des Autos geraten und beim Ausbiegen mitgenommen werden», sagt Oberle. Bauliche Veränderungen könnten die Zustände im Kreisel verbessern, mutmasst er. «In nordischen Ländern haben die Velofahrer eine eigene Spur.» In der Schweiz werde das von Platz- und Finanzierungsproblemen verhindert.

Oberle rät den Velofahrern deswegen, immer in der Mitte der Spur fahren. Ausserdem sollen sie mit Handzeichen signalisieren, wenn sie in die Mitte der Spur fahren und wenn sie die Ausfahrt nehmen. Weiter dürfen Autolenker die Velos im Kreisel auf keinen Fall überholen. Obwohl die Polizei regelmässig Schulungen durchführt, kennen laut Oberle längst nicht alle Verkehrsteilnehmer diese Regeln.

Keine Zwangsveranstaltung

Hier setzt die Aktion «Roter Teppich» an, sie soll die Leute aufklären. Oberle nahm sich eine nationale Veranstaltung zum Vorbild, peppte sie aber noch auf: «Ich bin mit der Idee zur Regionalpolizei Lenzburg gegangen, die waren sofort dabei.» Danach ging er zum Tiefbauamt und überzeugte auch dort. Am Samstag wird die Velo- und Autofahrer beim Bahnhofskreisel folgendes erwarten: Von 10 bis 14 Uhr sind Pro Velo Lenzburg und zwei Regionalpolizisten mit einem Infostand anwesend. Rund um den Kreisel werden Plakate stehen. «Das Tiefbauamt hat sich etwas besonders Gutes überlegt», sagt Oberle. «Auf den Strassenbelag malen sie bunte Zeichen, die den Velo- und Autofahrern signalisieren, wie man sich richtig verhält, ohne einen Verkehrsteilnehmer zu gefährden.» Die Zeichen werden einige Monate zu sehen sein. Die Ausgaben dafür hat das Tiefbauamt aus der eigenen Tasche bezahlt.

Die Aktion heisst «Roter Teppich», da vor der Kreiseleinfahrt rote Farbe auf den Belag gesprayt wird. Das soll die Velofahrer aufmerksam machen und zum Stop anregen. «Es soll aber keine Zwangsveranstaltung werden», sagt Oberle. «Niemand muss anhalten und der Verkehrfluss wird auch nicht beeinträchtigt.» Sein Ziel ist, zu sensibilisieren und daran zu erinnern, dass jeder, egal ob Velo- oder Autofahrer, Verantwortung trägt.

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