Niederlenz
Zwei Sitze verloren: Die Niederlenzer SVP sucht Gründe für die Nichtwahlen

«Die Gemeinde ist klar linker geworden», erklärt SVP-Parteipräsidentin Claudia Kull, die die Wahl in den Gemeinderat nicht geschafft hat. Auch die Corona-Politik ihrer Partei habe wohl zum Resultat beigetragen.

Valérie Jost
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Claudia Kull und Daniel Bucher (beide SVP) verpassten die Wahl in den Gemeinderat.

Claudia Kull und Daniel Bucher (beide SVP) verpassten die Wahl in den Gemeinderat.

Peter Winkelmann / LBA

In Niederlenz kam es am Wahlsonntag vom 26. September zur grossen SVP-Abwahl: Gemeinderat Thomas Hofstetter und Vizeammann Heiri Zobrist traten nicht mehr an, und sowohl Claudia Kull (als Überzählige) als auch Daniel Bucher (zu wenig Stimmen) schafften die Wahl nicht. Damit verliert die SVP gleich beide ihrer bisherigen Sitze im Gemeinderat.

Für Kull, welche die SVP-Ortspartei präsidiert, spielten mehrere Faktoren zusammen: «Einerseits ist Niederlenz klar linker geworden, andererseits hat sicher auch die kantonale und nationale Corona-Politik der SVP zu diesem Resultat beigetragen.»

SVP muss «definitiv über die Bücher»

Sie selbst vertrete zwar auch beim Thema Pandemie die Linie ihrer Partei, doch es komme «auch darauf an, wie man das dann kundtut»: «Mit gewissen Aussagen einiger Politiker habe auch ich Mühe.» Diese würden auf eine Art politisieren, dass es «fast nicht mehr vertretbar» sei. Ihr Fazit:

«Da muss die SVP definitiv über die Bücher.»

Als sachliche Politikerin sei sie selbst nicht der Typ zum «Poltern», so die 55-Jährige. Im Wahlkampf hätten sie und Parteikollege Daniel Bucher auch klargemacht, dass für sie die Sachpolitik und das Dorf im Vordergrund stünden – doch scheinbar habe das Stimmvolk dies zu wenig wahrgenommen. Vorzuwerfen habe sie sich nichts: «Wir waren präsent im Dorf, haben Werbung gemacht und uns eingesetzt, etwa auch beim Rekrutieren für die Kommissionen.»

Sie hatte gehofft, immerhin einen der beiden SVP-Sitze halten zu können – doch neben den drei Bisherigen wurden Ariane Bhunjun (SP) und Remo Gspandl (parteilos) als Neue gewählt. Da Neuzuzüger Gspandl aber am Wahlpodium bürgerliche Sympathien äusserte, hofft Kull nun, dass er zusammen mit Rita Eigensatz (FDP) auch mal «dagegenhalten» könne. «Ich hätte mich sehr gerne im Gemeinderat eingesetzt, akzeptiere aber das Resultat.» Und: Immer hin sässen mit Rita Eigensatz und Ariane Bhunjun neu zwei Frauen im Niederlenzer Gemeinderat.

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