Biber und Bäume

Niederlenz wird zu Biberlenz

Das Nagetier und die Eschenwelke halten die Forstbetriebe Lenzia in Niederlenz auf Trab.

Der Biber hat das Naherholungsgebiet der Niederlenzer, das Iseredli, für sich entdeckt. Nachdem man im Jahr 2013 das erste Mal festgestellt hat, dass der Biber den Aabach auskundschaftet, ist er jetzt mit der ganzen Familie zurückgekehrt.

«Es ist eine kleine Sensation», sagt Frank Haemmerli, Leiter Forstdienste Lenzia, über die neuen Bewohner des Aabachs. Lachend ergänzt er: «Niederlenz wird zu Biberlenz». Zusammen mit Willi Bürgi, Präsident der Landschaftskommission der Ortsbürgergemeinde Niederlenz, besichtigt er die neusten Spuren der Biberfamilie. «Besonders im Herbst macht sie sich an den Bäumen zu schaffen», so Bürgi. Denn zu dieser Jahreszeit müsse der Biber holzen was das Zeug hält, damit er im Winter genug Futter habe. Sein Lieblingsessen: Baumrinden von Weiden. Der Biber war in den vergangenen zwei Wochen so aktiv, dass aus Sicherheitsgründen einige Bäume gefällt werden müssen.

Und um Meister Bockert – so wird der Biber im Volksmund genannt – zufriedenzustellen, versuchen die Forstdienste Lenzia, das Tier auszutricksen. Fachleute empfehlen, die gefällten Bäume ins Wasser zu legen. «Biber fressen am liebsten im Wasser», sagt Willi Bürgi. So sei das Nagetier glücklich und verschone vorerst die Bäume an Land. Der Biber ist denn auch der Einzige, der das Holz am Hang entlang des Aabachs nutzen darf. Die Altholzinsel Wilägete, ein Waldbestand von 2,5 Hektaren, wird nämlich gemäss Vertrag mit dem Kanton bis Ende 2059 sich selbst überlassen. Biber ziehen weiter, wenn ihnen die Nahrung ausgeht. Durch das viele Holz ist es also möglich, dass die Biberfamilie noch lange rund ums Iseredli wohnhaft bleibt.

Wo sich die Biberburgen genau befinden, will man indes nicht verraten – zum Schutz der Tiere. Nicht alle freuen sich über die Anwesenheit der Biber. Besonders Bauern leiden unter dem hungrigen Nager, zu dessen Leibspeisen auch Zuckerrüben gehören.

Eschenwelke breitet sich aus

Nebst dem Biber hält die Eschenwelke die Forstdienste Lenzia auf Trab. Die Eschenkrankheit breitet sich weiter aus. Im ganzen Forstgebiet sind gegen 100 Bäume vom asiatischen Pilz befallen, der die Bäume schwächt oder gar zerstört. «Vor allem in feuchten Gebieten haben wir ein Problem», sagt der Stadtoberförster Haemmerli. Der Pilz bevorzuge eine solche Umgebung. Um die 400 Kubikmeter Eschenholz müssen nun in erster Linie zum Schutz der Waldbesucher gefällt werden. Weil die Eschen wegen der Krankheit ihre Verankerungen verlieren, besteht die Gefahr, dass die Bäume unkontrolliert umfallen.

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