Niederlenz
Niederlenz steht vor der ausserordentlichen Gemeindeversammlung

Am Freitag kommen zwei Strassenprojekte vor die Gmeind. Doch die Parteien äussern sich kritisch darüber. Die Sanierung der Hardstrasse und des Pirolwegs kosten über zwei Millionen Franken. Nun befindet man unter anderem über die Kreditbegehren.

Barbara Vogt
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Der Belag des Pirolwegs ist ein Flickwerk und zeigt ausgefranste Strassenränder. Sanierungskosten: 393 000 Franken.

Der Belag des Pirolwegs ist ein Flickwerk und zeigt ausgefranste Strassenränder. Sanierungskosten: 393 000 Franken.

Toni Widmer

Die Sanierung der Hardstrasse und des Pirolwegs kosten über zwei Millionen Franken. Die heutige ausserordentliche Gemeindeversammlung befindet unter anderem über die Kreditbegehren.

Doch bei den Ortsparteien SP, FDP und SVP sind die Bauvorhaben umstritten. Die SP beantragt, beide Sanierungskredite (1,7 Mio. für Hard-strasse, 393 000 Franken für Pirolweg) an den Gemeinderat zurückzuweisen. Mit der Begründung, dass die Projekte zwar verständlich und gut begründet und zweifellos auch nötig seien, dazu jedoch das Geld fehle.

«Vor einem Kreditbeschluss von rund zwei Mio. Franken muss zuerst geklärt werden, wie die Gemeinde die zwingend notwendigen Schulräume und Kindergärten finanzieren kann, ohne den Steuerfuss und die Verschuldung auf nicht realistische Höhen anzuheben», sagt SP-Präsident Willi Rusterholz. Niederlenz wird in den kommenden über 30 Mio. Franken für Schulraum ausgeben müssen.

Nur Versickerungsgalerie

«Was ist wichtiger für Niederlenz: Strassen sanieren oder mit dem wenigen Geld, dass die Gemeinde hat, Kindergärten und Schulraum zu bauen», fragt die SP. Für die Partei ist klar, dass der Gemeinderat zuerst die Schulraumplanung bereinigen und den Stimmbürgern einen Finanzplan vorlegen muss. «Erst wenn die mittelfristigen finanziellen Konsequenzen bekannt sind, kann der Gemeinderat daran denken, die beiden Kredite Hardstrasse und Pirolweg erneut der Gemeindeversammlung vorzulegen.»

Als Ausweg aus dem Dilemma macht die SP einen Vorschlag: Die Gemeinde soll vorerst und zulasten der Abwasserrechnung nur die Versickerungsgalerie an der Hardstrasse erstellen. So könne man die Überbauungen Bölli Nord und Süd umweltgerecht entwässern.

Eine Zukunft und keinen Scherbenhaufen für Niederlenz wünscht sich die FDP-Ortspartei. Von der Höhe der beiden Strassenkredite zeigt sie sich überrascht. Auch davon wie wenig im Vorfeld über die Bauvorhaben diskutiert worden sei. «Niederlenz bleibt nicht viel Spielraum», sagt FDP-Präsident Thomas Randon. Das Budget 2013 sehe ein Defizit von über 700 000 Franken vor. «Die Bildung kostet uns viel Geld. Unser Warnruf an den Gemeinderat: Wir sind sehr besorgt über die finanzielle Lage in der Gemeinde.»

Aus diesem Grund wünscht sich die FDP vom Gemeinderat klare Auskunft darüber, welche Investitionen folgen, welche Prioritäten dafür gesetzt und wie die anstehenden Projekte finanziert werden sollen. Die SVP teilt die Meinungen von SP und FDP. Die geplanten Schulbauten «drückten aufs Auge», meint SVP-Präsident Daniel Bucher. Deshalb erwartet die Partei eine Erklärung des Gemeinderates, wieso die Strassenprojekte ausgerechnet zum jetzigen Zeitpunkt Thema seien. Auch wenn die Partei Verständnis dafür zeigt, dass die Anwohner in den zwei besagten Gebieten recht auf einen ordentlichen Gehweg und eine Beleuchtung hätten.

Bei der Sanierung des Pirolwegs soll der Belag, der viele Flicke aufweist, verbessert werden. Ausserdem sollen Strassenbeleuchtung und Werkleitungen erneuert werden. Die Hardstrasse ist ebenfalls sanierungsbedürftig. Eine neue Versickerungsleitung ist geplant, daneben wird der Gehweg durchgehend gestaltet und die Beleuchtung ergänzt.

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