Niederlenz
Keine Kampfwahl «aus Vernunft»: Rita Eigensatz zieht sich aus Rennen um Vize-Amt zurück, Anton Grob tritt allein an

Anton «Toni» Grob (parteilos) und Rita Eigensatz (FDP) machten im ersten Wahlgang fast gleich viele Stimmen für das Amt als Vizeammann in Niederlenz. Nun kandidiert nur noch Grob, der «einiges verändern will» – Eigensatz nennt ihren Rückzug einen «Akt der Vernunft».

Valérie Jost
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Für den parteilosen Niederlenzer Gemeinderat Anton Grob war schnell klar, dass er auch im zweiten Wahlgang als Vizeammann antritt.

Für den parteilosen Niederlenzer Gemeinderat Anton Grob war schnell klar, dass er auch im zweiten Wahlgang als Vizeammann antritt.

zvg

Seit vorgestern ist klar: Um den Niederlenzer Vizeammann-Sitz gibt es im zweiten Wahlgang wohl keine Kampfwahl. In der regulären Anmeldefrist stellte sich nur Gemeinderat Anton «Toni» Grob (parteilos) nochmals auf – Rita Eigensatz (FDP) dagegen, die im ersten Wahlgang ebenfalls fürs Amt kandidierte, ist nicht mehr dabei.

Am 26. September hatte Eigensatz 437 Stimmen als Vize-Kandidatin geholt, Grob deren 444. Als Gemeinderat machte er jedoch mit 887 Stimmen, noch knapp vor Ammann Jürg Link, das beste Resultat von allen. Eigensatz folgte mit 76 Stimmen weniger an dritter Stelle.

Dem geschätzten Kollegen nicht im Weg stehen

Gemeinderätin Rita Eigensatz (FDP) macht ab 2022 ihre dritte Legislatur, tritt aber nicht mehr als Vize an.

Gemeinderätin Rita Eigensatz (FDP) macht ab 2022 ihre dritte Legislatur, tritt aber nicht mehr als Vize an.

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Am Wahlpodium Anfang September sagten noch beide, den jeweils anderen auch als Vize zu sehen; von Konkurrenzgedanken keine Spur. Das scheint sich nicht geändert zu haben: Ein «Akt der Vernunft» sei ihr Rückzug, sagt Rita Eigensatz, die seit acht Jahren im Gemeinderat sitzt. «Es macht für mich keinen Sinn, nochmals gegen einen geschätzten Kollegen anzutreten, der im ersten Wahlgang ebenfalls gut gewählt wurde und fast gleich viele Stimmen als Vize holte wie ich.» Es wäre «schade um die Ressourcen und Kosten» etwa für den Druck neuer Wahlzettel, sagt die FDP-Vertreterin. Sie danke aber «allen von links bis rechts, die mich gewählt und unterstützt haben» und freue sich auf die nächste Legislatur mit dem neuen Gemeinderat (drei Neumitglieder).

Anton Grob ist seit sechs Jahren Gemeinderat in Niederlenz, davor war er neun Jahre Gemeinderat in Merenschwand. Für ihn war die erneute Kandidatur als Vizeammann schnell beschlossene Sache: «Ich eigne mich gut für das Amt, neben Jürg Link bin ich ein aktiver Macher-Gemeinderat.» In den nächsten vier Jahren wolle er in der Gemeinde einiges verändern: «Wir müssen unsere Strategie unter die Lupe nehmen, etwa bei den Liegenschaften, bei den Kommissionen und den Strukturen, die sich teilweise automatisiert haben. Das muss hinterfragt, analysiert und angepasst werden.»

Die Nachmeldefrist läuft bis zum 19. Oktober

Niederlenz ziehe zudem zu wenig gute Steuerzahlende an, weshalb es auf der Einnahmeseite schlecht aussehe. Um das zu ändern, müsse man «strategisch denken» und etwa Investoren für attraktive Bauprojekte finden oder als Gemeinde selbst bauen. «Wir müssen nun Nägel mit Köpfen machen, das Angedachte umsetzen und realisieren.»

Sollte sich während der Nachmeldefrist (bis 19. Oktober) niemand mehr als Vize aufstellen, wird Grob in stiller Wahl gewählt.

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