Gemeindeland

Niederlenz : Bauland kann endlich verkauft werden

Für den «Hammerpark» gibts eine Infotafel mit den Freizeitaktivitäten.

Für den «Hammerpark» gibts eine Infotafel mit den Freizeitaktivitäten.

Die zehnjährige Odyssee um den Verkauf der 4671 Quadratmeter grossen Baulandparzelle im Gebiet «oberer Steinler» ist zu Ende. Die Gemeinde bewilligt Verkauf des Landes «oberer Steinler» – Ja auch zum «Hammerpark».

Die Gemeinde vom Freitag hat mit grosser Mehrheit den Verkauf des Gemeindelandes beschlossen. Die 87 anwesenden Stimmbürger (von 2465) machten gleich Nägel mit Köpfen und gaben den Zuschlag der J. Realini AG, die 250 Franken pro Quadratmeter bietet.

Viel Geld für die Gemeindekasse

Das Baugeschäft mit Sitz in Schinznach-Dorf plant eine Überbauung mit Ein- und Mehrfamilienhäusern. Der Landverkauf spült rund 1,167 Millionen Franken in die Gemeindekasse – dies unter Vorbehalt einer erteilten Baubewilligung. Ein laut Gemeinderat gleichwertiges Kaufangebot der HIG Immobilien Anlage Stiftung aus Olten, die zwei Mehrfamilienhäuser bauen möchte, wurde von der Versammlung nicht berücksichtigt.

Dem Landverkauf drohte jedoch im letzten Moment eine erneute Ehrenrunde: Kurz vor der Gemeindeversammlung waren drei weitere Kaufangebote mit bis 40 Franken höherem Quadratmeterpreis eingegangen.

Dennoch machte sich Gemeindeammann Maurice Humard für die Angebote der J. Realini AG und HIG stark. «Die beiden Firmen haben sich lange mit dem Kauf befasst und wissen, was sie kaufen», sagte Humard und verwies darauf, dass eines der drei neuen Angebote kurz vor der Gmeind wieder zurückgezogen worden sei. «Wichtig für die Gemeinde sind nicht 100000 Franken mehr oder weniger, sondern dass das auf dem Areal gebaut wird», sagte Humard weiter. Denn ein Käufer sei wegen der nahegelegenen Hochspannungsleitung nicht einfach zu finden, was sich in den vergangenen Jahren denn auch immer wieder gezeigt habe.

«Hammerpark»: die FDP warnt

Ebenfalls genehmigt wurde an der Gmeind der Beitritt zum Verein «Hammerpark». Damit ist die gleichnamige Freizeitanlage, deren Baukosten von rund einer halben Million Franken vom Rotary Club Lenzburg, der Mammut Sport Groups AG und der Hypothekarbank Lenzburg getragen werden, einen Schritt weiter. Mit dem Ja der Gemeindeversammlung stellt Niederlenz dem Verein eine rund 1150 Quadratmeter grosse Landfläche unter der A1 unentgeltlich zur Verfügung. Zudem rechnet die Gemeinde mit jährlich 15000 Franken für Betrieb und Unterhalt – ein Kostendach, wie der zuständige Gemeinderat Thomas Hofstetter festhielt. «Wir wollen die Nutzer in die Pflicht nehmen, die Anlage möglichst selber zu unterhalten.»

Der Freizeitpark stiess an der Gmeind auch auf Widerstand: Die FDP stellte den Antrag, das Land zwar unentgeltlich zu Verfügung zu stellen, dem Verein «Hammerpark» aber nicht beizutreten. «Auf Niederlenz können unkalkulierbare Kosten zukommen», begründete Urs Fischer im Namen seiner Partei den gestellten Antrag. Man fürchte sich vor Vandalismus und Saufgelagen. Zudem sei es stossend, dass sich die Sponsoren nach ein paar Jahren zurückziehen wollten. «Allein der Abbau der Anlage könnte schnell 100000 Franken kosten – wer bezahlt das dann?», fragte Fischer.

Gemeinderat Thomas Hofstetter entgegnete, dass die Sponsoren auch in Zukunft hinter dem «Hammerpark» stehen wollten. «Es gibt immer Risiken – Niederlenz hat hier aber die einmalige und günstige Chance, eine Freizeitanlage zu realisieren», sagte Hofstetter. Eine solche Chance gab die Versammlung der Gemeinde und dem «Hammerpark».

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1