Hallwilerseelauf
Nicht jeder «Brünzler» kann am Hallwilersee erfasst werden

Im vergangenen Jahr standen vor allem im Startgelände zu wenig mobile Toiletten zur Verfügung. Einige Läufer erleichterten sich in den Gärten der Anwohner. In diesem Jahr soll das Angebot jedoch besser sein.

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Er sorgt dafür, dass die 7000 Läufer ein stilles Örtchen haben: Christoph Hüsser.

Er sorgt dafür, dass die 7000 Läufer ein stilles Örtchen haben: Christoph Hüsser.

Gianin Müller

Am 13. Oktober werden wieder gegen 7000 Läuferinnen und Läufer den Hallwilersee umrunden. Diese in letzten Jahren steigende Zahl von Laufbegeisterten führte am Start- und Zielort zu Kritik: Neben generellen Vorbehalten gegen die Grösse des Anlasses gab es konkrete Beschwerden von Anwohnern: Sie beanstandeten das Urinieren von Teilnehmern in ihren Gärten.

Im letzten Jahr hatten die Läuferinnen und Läufer im Startgelände zu wenig Möglichkeiten, um ihr «Geschäft» zu verrichten, sagt Roland Müller, OK Präsident des Laufs. Deshalb haben die Verantwortlichen das WC-Konzept für dieses Jahr grundlegend überarbeitet. Das Angebot soll massiv ausgebaut werden.

Toiletten werden gewaschen

Nach dem letzten Lauf hat sich Roland Müller zusammen mit Fachmann Chistoph Hüsser mit dem Gemeinderat Beinwil getroffen, um die Planung dieses delikaten Problems frühzeitig an die Hand zu nehmen. Seit 2007 arbeitet das OK Hallwilerseelauf mit der Hüsser WC-Vermietung zusammen.

2007 waren 20 WC-Kabinen und 4 Urinalständer im Einsatz. In diesem Jahr werden im Startbereich 48 mobile Toiletten und 25 Pissoirständer mit total 100 Uriniermöglichkeiten aufgestellt. Dies entspricht in etwa der Verteilung von Läuferinnen und Läufern im Startfeld.

Sofort nach dem Start werden die Kabinen und Urinalständer in den Zielbereich und an andere neuralgische Punkte im Dorf verschoben. Hüsser, ehemaliger Motocross-Weltmeister, legt grossen Wert auf Sauberkeit und Hygiene. Aus diesem Grund werden die Toiletten nach jedem Einsatz gewaschen und desinfiziert. Geruchsemissionen entstehen keine.

Am Samstag nach dem Lauf werden 3000 bis 4000 Liter Fäkalien abgeführt. Hüsser meint, dass die WC-Dichte am Hallwilerseelauf im Vergleich mit anderen ähnlichen Veranstaltungen gross sei.

Rücksicht gegenüber den anderen

Das OK des Hallwilerseelaufs ist sich bewusst, dass nicht jeder «wilde Brünzler» erfasst werden kann, appelliert jedoch an die Fairness der Sportlerinnen und Sportler: «Sie sollen sich Zeit für ihr Geschäft und Rücksicht auf die anderen Laufbegeisterten wie auch auf die Natur nehmen. Die nötige «Brünzlidisziplin» gegenüber dem Veranstalter sei selbstverständlich. (GM/az)