Othmarsingen

Neustart in der Schule: «Es ist noch ein fragiles Pflänzli»

Das Schulhaus in Othmarsingen.

Das Schulhaus in Othmarsingen.

Die Trennung von der Oberstufe hat die Schule in Othmarsingen belastet – jetzt will sie sich ein neues Profil geben

Wegen stets knapper Schülerzahlen verfügte das Departement für Bildung, Kultur und Sport vor zweieinhalb Jahren die definitive Aufhebung des Oberstufenstandorts Othmarsingen. In dieser struben Zeit, die das Dorf traumatisiert habe, hat Mark Hämmerli das Präsidium der Schulpflege übernommen und die Schule durch den schmerzhaften Prozess, wie er sagt, geführt.

Hämmerli war denn auch nicht weiter verwundert, dass die einschneidenden Ereignisse der vergangenen Jahre im kürzlich veröffentlichten Bericht der Externen Schulevaluation nachhallen. «Die sich abzeichnende Trennung von der Oberstufe hat in den vergangenen Jahren Entwicklungen an der Schule Othmarsingen behindert», heisst es da.

Ein Umstand, dem Hämmerli rückblickend einiges Verständnis entgegenbringt. «Das Lehrerkollegium durchlief eine harte Zeit, als die Oberstufenlehrpersonen die Schule verlassen mussten.

Man hatte sich mit seiner Arbeit identifiziert, teilweise lange Jahre gut zusammengearbeitet, war sich über Schulstufen hinweg gar freundschaftlich verbunden.» Dass in dieser unsicheren Phase so einiges liegen blieb, kann er nachvollziehen. «Wo das Vertrauen fehlt, kann wohl kaum etwas gedeihen.»

Vergangenheit bewältigen

Als zusätzliche Belastung hinzu kam die Ungewissheit über die künftige Verwendung der leer werdenden Schulräume. «Für viele war es beispielsweise undenkbar, dass Teile der Schulanlage in Büros umfunktioniert werden könnten», erinnert sich Hämmerli.

Die Angst über eine mögliche Zweckentfremdung war zeitweise gross. Für dieses Problem fand sich jedoch eine optimale Lösung, ein Glücksfall, sagt der Präsident der Schulpflege. Im Sommer 2015 zieht mit dem Heilpädagogischen Zentrum für Werkstufe und Berufsvorbereitung (HZWB) der Stiftung Schürmatt, Zetzwil, wiederum ein Schulbetrieb in die leerstehenden Räume.

Mit dieser positiven Ausgangslage galt es, nun auch der redimensionierten Schule und dem verbliebenen Lehrerkollegium nach der endgültigen Trennung von der Oberstufe im vergangenen Sommer neue Perspektiven zu verschaffen und ihr ein neues Profil geben.

Die Grundlage dazu ist ein Qualitätsleitbild, das derzeit von den Lehrpersonen gemeinsam mit Schulleitung und Schulpflege erarbeitet wird. «Dieses Basispapier soll den Zusammenhalt unter den Lehrpersonen regeln und ein einheitliches Verständnis im pädagogischen Bereich darlegen», erklärt Mark Hämmerli.

So sollen die Förderung und Integration von Schülerinnen und Schülern von allen gleich gehandhabt werden. «Das Leitbild schafft klare Zielvorstellungen, wohin die Schule sich entwickeln soll.»

Diese Bemühungen werden in der Externen Schulevaluation gewürdigt: «Der Neustart mit dem neu zusammengesetzten Kollegium ist gelungen und es öffnen sich neue Perspektiven», ist im Bericht festgehalten. Zwar haben die externen Schulevaluatoren die Ampeln für Othmarsingen auf grün gestellt, halten jedoch gleichzeitig den Mahnfinger hoch und verlangen eine bewusste Planung und Steuerung der Veränderungsprozesse.

Dieser Herausforderung ist sich auch Mark Hämmerli bewusst. «Es ist noch ein fragiles Pflänzli», sagt er über die aktuelle Situation der Schule Othmarsingen, doch sei man mit der Bewältigung der Vergangenheit auf gutem Weg.

Meistgesehen

Artboard 1