Boniswil
Neues Schulhaus in Modulbauweise soll das Schulraumproblem lösen

Bei den Nachbarn hat es einfach keinen Platz. Boniswil muss den zusätzlich benötigten Schulraum in ein Seenger Fabrikgebäude auslagern oder ein Element-Neubau planen. Das Schulraumproblem soll im November vor die Gemeinde kommen.

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Das geplante neue Boniswiler Schulhaus in Modulbauweise soll südlich des Schulhausplatzes rechts gebaut werden. zvg

Das geplante neue Boniswiler Schulhaus in Modulbauweise soll südlich des Schulhausplatzes rechts gebaut werden. zvg

Boniswil will das bestehende und sich abzeichnende künftige Schulraummanko wohl innerhalb der eigenen Gemeinde beheben. In diesem Fall schlägt die vorbereitende Kommission einen Neubau in Modulbauweise vor; an der Herbstgmeind wird darüber entschieden.

Im Juni wurden die Stimmbürger darüber orientiert, dass sie an der nächsten Gmeind vom 28. November den Grundsatzentscheid darüber fällen werden, ob die 5. und 6. Klasse der Primarschule Boniswil in eine Nachbargemeinde ausgelagert werden soll, oder ob der benötigte Schulraum in Boniswil gebaut wird.

Die aus Vertretern des Gemeinderates, der Schulpflege und der Schulleitung bestehende Kommission erarbeitet die Entscheidungsgrundlagen, auf welche der Souverän seinen Entscheid wird abstellen können.

Nachbarn haben keinen Platz

Mit einer Raumbedarfsanalyse wurde zuerst ermittelt, welche Räume heute schon fehlen und was für Räume zusätzlich durch den Schulsystemwechsel von 5 auf 6 Primarschulklassen per August 2014 notwendig werden. Die offiziellen Anfragen bei den Nachbargemeinden Seengen, Hallwil, Leutwil und Birrwil haben ergeben, dass keine Nachbargemeinde in der Lage ist, zwei Schulklassen von Boniswil in ihren Schulen aufzunehmen.

Hingegen wäre es möglich, zwei Klassenzimmer im Gebäude der Alesa AG in Seengen zu mieten. Die beiden Klassen würden aber weiterhin zur Schule Boniswil gehören und von Boniswiler Lehrkräften unterrichtet. Neben den beiden Schulräumen in der Alesa müsste auch der Gemeinde Seengen Miete bezahlt werden für die Benützung von Räumen für Sport und Bewegung sowie für Textiles und Allgemeines Werken.

Ein Neubau statt ein Anbau

In den letzten Jahren ist immer wieder der Anbau von Räumen an das bestehende Schulhaus geprüft und dann verworfen worden. Die innere Erschliessung mit dem bestehenden Treppenhaus lässt einen Anbau, der sich mit der Fassade des Schulhauses verträgt, nicht realisieren. Zudem fehlt nicht nur ein Klassenzimmer, es fehlen mindestens deren zwei plus die heute erforderlichen Gruppenräume und Räume für Stütz- und Fachunterricht.

So kam die Arbeitsgruppe zur Erkenntnis, dass als Variante zur Auslagerung nur der Neubau eines Schulhauses infrage kommt. Bisweilen wurde Behörden von Gemeinden in gleicher Lage vorgehalten sie planten Luxusbauten, Planungs- und Baukredite wurden zurückgewiesen.

Wie sie nun mitteilen, wollen sich die Boniswiler Behörden diesem Vorwurf nicht aussetzen, aber andererseits soll der steten Unsicherheit beim Schulraumbedarf (wechselnde Klassengrössen, wechselnde Gesetzesgrundlagen und andere Einflüsse) Rechnung getragen werden.

Modulbau ist Fixbauten ebenbürtig

So ist die Kommission zum Schluss gekommen, für die Variante Schulraumbeschaffung in Boniswil den Bau eines neuen Schulhauses in Modulbauweise zu prüfen. Die erweiterte Arbeitsgruppe hat sich davon überzeugt, dass es sich bei diesen Elementbauten nicht um Baracken handelt. Aussenhülle, Fenster und Bodenbeläge sind in einer Qualität, die es zulassen, dass ein solches Schulhaus auf viele Jahrzehnte hinaus genutzt werden kann.

Punkto Energie, Ökologie, Bauphysik, Raumklima und Schall stehen diese Schulhäuser in Modulbauweise «permanenten» Bauwerken in nichts nach.

Südlich des Schulhausplatzes

Es sind verschiedene Standorte für ein solches Schulhaus geprüft worden. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile kamen die Behörden überein, den Platz unmittelbar südlich des bestehenden Schulhausplatzes zu wählen.

Die Arbeitsgruppe wird nun die Vor- und Nachteile der beiden Varianten und die Kostenkalkulationen so weit aufbereiten, damit das Stimmvolk an der Gmeind vom 28. November darüber entscheiden kann. (tf/az)

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