Ringier/Axel Springer
Neues Medienzentrum in Lenzburg? «No comment!»

Die Medienhäuser Ringier und Axel Springer suchen einen Platz für ein Medienzentrum. Ein Auge haben sie offenbar auf die Überbauung «Im Lenz» geworfen. Auf Anfrage schweigen sich die Veranwortlichen aus. Doch hätte es überhaupt genug freie Flächen?

Ruth Steiner
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In den Gebäuden A und B hat es per sofort freie Kapazitäten fürs Gewerbe, Gebäude C ist per 2017 und Gebäude D per 2018 bezugsbereit.

In den Gebäuden A und B hat es per sofort freie Kapazitäten fürs Gewerbe, Gebäude C ist per 2017 und Gebäude D per 2018 bezugsbereit.

ZVG/Marco Trancredi

In der Sonntagspresse wurde publik gemacht, dass die zwei Medienhäuser Ringer und Axel Springer auf der Suche nach einem geeigneten Standort für das geplante Joint Venture im Zeitschriftengeschäft unter anderem auch in Lenzburg evaluieren. In der «Schweiz am Sonntag» ist die Rede vom neuen Quartier «Im Lenz» (wir berichteten).

Ob dem tatsächlich so ist, beziehungsweise wie weit die Gespräche fortgeschritten sind, das bleibt unklar. Ringier will entsprechende Anfragen weder bestätigen noch dementieren. «Wir kommentieren keine einzelnen Immobilien», hält Ringier-Sprecher Edi Estermann fest.

Bestätigt wird hingegen, dass mit dem Ringier-Axel-Springer-Joint Venture rund 450 Mitarbeitende am neuen Ort arbeiten werden, nach dem nun gesucht wird. Was die Mitarbeiterzahl anbelangt, sagt Estermann: «Die Grössenordnung ist richtig – es sind eher mehr.»

Bedeckt gibt man sich auch beim offiziellen Lenzburg. Dort heisst es einzig, dass bisher weder Kontakte noch direkte Gespräche mit Ringier stattgefunden haben; dies entgegen bisher publizierter Meldungen. «No comment» heisst es bei der Immobilienfirma Realit Treuhand AG, welche den grössten Teil des «Im Lenz»-Areals vermarktet.

Büroflächen: Mittlere Preise in CHF pro Quadratmeter und Jahr

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Wüest und Partner

Noch steht also in den Sternen, ob nördlich des Bahnhofs aus den Brachen der früheren Hero-Konservenfabrik ein künftiges Medienzentrum wächst. Doch so viel darf wohl bereits heute gesagt werden: Viele Fakten sprechen dafür, dass sich Lenzburg durchaus Chancen ausrechnen darf, auf dem Radar der Entscheidungsträger bei Ringier und Axel Springer weit nach oben, vielleicht sogar ganz nach oben zu rücken.

Gesuchte Fläche ist vorhanden

Die gesamte Gewerbefläche «Im Lenz» beträgt am Schluss 20 000 Quadratmeter. Für das Joint Venture sollen es 10 000 Quadratmeter sein. «Wir suchen grosse Flächen nicht zuletzt auch, weil zusätzlich einige Service-Leistungen angesiedelt werden sollen, die nicht direkt Teil des Joint Venture sind», sagt Ringier-Sprecher Edi Estermann.

Die az hat die freien Gewerbe-Kapazitäten auf dem Areal recherchiert: Die erste Bauetappe ist offiziell seit Anfang dieses Monats bezugsbereit: Im Gebäude A sind noch 1500 Quadratmeter und im Gebäude B 2000 Quadratmeter frei. In der zweiten Bauetappe entstehen bis Mitte 2017 im Gebäude C 5000 Quadratmeter Gewerbefläche. In der dritten Bauetappe werden bis 2018 im Gebäude D nochmals 5000 Quadratmeter Fläche fürs Gewerbe erstellt.

Ein weiterer Punkt zugunsten von Lenzburg sind die Mietpreise. Diese erweisen sich im Vergleich zur Wirtschaftsmetropole Zürich als geradezu günstig. Ein Quadratmeter Bürofläche kostet in Lenzburg im Jahr 108 Franken, in Zürich hingegen mit 350 Franken mehr als das Dreifache (siehe Grafik).

Hinzu kommt die optimale Lage unmittelbar beim Bahnhof mit direkter Zug-Verbindung nach Zürich. In kurzen 22 Minuten ist man im Hauptbahnhof. Und den Autofahrern bieten sich mit Aarau Ost und Lenzburg in der Nähe gerade zwei Möglichkeiten, um auf die Autobahn Richtung Bern und Zürich zu kommen.