Lenzburg-Hendschiken
Neuer Pfarrer freut sich auf ein fröhliches Miteinander

Die Reformierte Kirchgemeinde hat mit Martin Domann wieder einen Pfarrer. Ein Antrag auf Verschiebung aus Verfahrensgründen wurde klar verworfen.

Heiner Halder
Merken
Drucken
Teilen
Susanne Ziegler erhält Pfarrer Martin Domann als neuen Kollegen.

Susanne Ziegler erhält Pfarrer Martin Domann als neuen Kollegen.

Alfred Gassmann

Bei der Pfarrwahlkommission gingen 50 Bewerbungen ein, eine Anzahl weit über dem Durchschnitt. «Lenzburg-Hendschiken hat eben einen guten Ruf, was mich nicht wundert», stellte deren Präsident Michael Brücker schmunzelnd fest. Aus zwei Dutzend valablen Kandidaturen wurde der seit 2008 im Bündnerland wirkende Domann der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung zur Wahl vorgeschlagen. Er stammt aus Norddeutschland und versteht unsere Mundart, spricht hochdeutsch, ist verheiratet und hat zwei kleine Töchter, zurzeit ist er Seelsorger in Tschiertschen GR.

Das Wahlverfahren sieht vor, vorab erst eine 80-Prozent-Stelle zu besetzen, womit zusammen mit der 100-prozentigen Susanne Ziegler ein funktionsfähiges Team zur Verfügung steht. Die dritte 70-Prozent-Stelle soll im Herbst ausgeschrieben werden, sodass das Trio je nach Bedarf vervollständigt werden kann. Dieser Modus wurde vom ehemaligen Kirchenpflegemitglied Prof. Martin Killias vehement kritisiert: «Das Management hat voll versagt». Sein Antrag, die Wahl zu verschieben und gleichzeitig beide Stellen zu besetzen, um flexibler zu sein, wurde indes mit allen gegen zwei Stimmen abgeschmettert. Es geht unter anderem darum, dass viele Kirchenmitglieder sich dringend noch eine schweizerdeutsch sprechende Pfarrperson wünschen.

In der Folge wurde nach reger Diskussion, in welcher Kirchenpflege und Pfarrwahlkommission so wie dem Kandidaten das volle Vertrauen ausgesprochen wurde, Martin Domann mit 75 von 78 eingelegten Wahlzetteln glanzvoll gewählt. «Ich freue mich hier auf eine lebendige Gemeinde, mit vielen Menschen, durchwirkt und getragen vom Heiligen Geist, der unser menschliches, fröhliches Tun unterstützt, damit unser Schaffen nicht umsonst ist», versicherte der neue Pfarrer. Er hatte für seine Predigt die christliche Gemeinde als Thema gewählt, denn diese sei «das sichtbare Zeichen, dass die Worte Jesu Christi bis heute auf fruchtbaren Boden fallen.»

Bei der Kirchgemeinde Lenzburg-Hendschiken hat sich Martin Domann gemeldet, weil hier ein Team-Pfarramt wirkt und ihm eine Kollegin zur Seite steht, er so den theologischen Austausch pflegen kann und ihm die Grösse der Gemeinschaft gefällt. Graubünden verlasse er einzig, um sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Amtsantritt ist der 1. August 2017.