Beinwil am See
Neuer Pavillon sorgt für hitzige Diskussionen

Für den Neubau des Pavillons der reformierten Kirche liegen zwei Vorschläge auf dem Tisch. Doch für viele Diskussionen sorgte an der öffentlichen Orientierung vor allem eines: Die 80-jährige Hängebuche.

Ramona Patt
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Die Kirche mit Hängebuche (links) und Pavillon (rechts).

Die Kirche mit Hängebuche (links) und Pavillon (rechts).

Zur Verfügung gestellt

Die reformierte Kirche in Beinwil am See muss renoviert werden. Auch der Pavillon, der hinter der Kirche steht, ist nicht mehr im besten Zustand. Er soll abgerissen und neu gebaut werden. Nun hat die Kirchenpflege öffentlich orientiert. Hans-Peter Leibundgut vom Aarauer Architekturbüro Buser und Partner stellte folgende zwei mögliche Stossrichtungen für den Neubau des Pavillons vor:

• Variante 1 (Kosten 1,06 Mio. Fr.): Der Pavillon wird direkt neben die Kirche gebaut, sodass man von der tiefer gelegenen Kircheneingangshalle durch einen überdachten Weg zum neuen Pavillon gelangt. Dieser soll in den Hang hineingebaut werden; auf gleicher Höhe der Eingangshalle. Vorteile dabei sind laut Hans-Peter Leibundgut die direkte Verbindung zur Kirche mit Vordach und die Aufwertung der bestehenden Eingangshalle zu einem Foyer. Zudem hätte man vom Pavillon Sicht auf den Hallwilersee. Nachteil ist jedoch, dass die prächtige Hängebuche weichen müsste.

• Variante 2 (Kosten: 0,9 Mio. Fr.):. Der neue Pavillon wird am bisherigen Standort rund 40 Meter neben der Kirche gebaut, jedoch grösser. Vorteile sind die tieferen Kosten und die Hängebuche müsste nicht weg. Nachteil ist hingegen die Distanz zwischen Pavillon und Kircheneingangshalle, die dadurch nicht als Foyer genutzt werden könnte. Weiter gäbe es keine überdachte Verbindung zur Kirche und keine Seesicht.

Für hitzige Diskussionen sorgte an der Infoveranstaltung vor allem die Hängebuche. Den Gemeindemitgliedern liegt viel an dem 80-jährigen Baum. Doch bevorzugen Baukommission und Architekten die Variante 1, auch wenn die Hängebuche dabei entfernt werden muss. Sie liessen einen Baumexperten kommen, um sich die Buche anzuschauen. Dieser kam zum Schluss, dass sie zwar in einem guten Zustand, aber schon sehr alt sei.

Vorschläge werden ausgearbeitet

Auch die Spielgruppe Heugümper war ein Thema. Sie ist im heutigen Pavillon eingemietet. In den zwei Vorschlägen für den neuen Pavillon ist jedoch kein Raum für die Spielgruppe vorgesehen. «Die Spielgruppe gehört nicht zur Kirchgemeinde», stellte Pfarrerin Maria Doka klar. «Wir können nicht einen Raum für die Spielgruppe bauen.» Falls jedoch ein Raum für die Kinder des Mini-Gottesdienstes im Pavillon eingeplant würde, könnte sich dort die Spielgruppe wieder einmieten.

An der Versammlung wurde auch die Frage aufgeworfen, wie Menschen im Rollstuhl künftig vom Kirchenschiff zum Pavillon gelangen. Bei Variante 1 müssten Gehbehinderte wegen Treppen um den Pavillon fahren. Ein Lift von der Eingangshalle in das Kirchenschiff zu bauen, ist in der denkmalgeschützten Kirche nicht möglich, höchstens ein Treppenlift. Bei Variante 2 kommt man zwar schneller in den Pavillon, dafür ist der Durchgang nicht gedeckt.

Peter Bruhin, Präsident der Kirchenpflege erinnerte immer wieder daran, dass der Infoanlass lediglich dazu da sei, dass die Baukommission ihre Arbeit vorstellen kann; nicht aber um Entscheidungen zu treffen. Ziel sei es, dass die beiden Varianten bis zum Sommer 2013 so ausgearbeitet seien, dass die Kirchgemeinde dann darüber abstimmen kann. Vielleicht gebe es bis dahin noch eine weitere Variante.