Niemand ist unfehlbar und selbst moderne Technik kann Fallwild nicht verhindern. Im Januar wurde auf der Kantonsstrasse zwischen Seon und Schafisheim eine Wildwarnanlage in Betrieb genommen. Nach exakt zwei Monaten ist es nun Zeit für eine erste Bilanz.

Keine Auslösungsaufzeichnung

Und dieser Rückblick auf die ersten Betriebswochen sieht zwiespältig aus. «Die Inbetriebnahme ging problemlos vonstatten und seither haben wir auch keine Kenntnis von Systemstörungen», schildert Reto Fischer von der Abteilung Wald im Departement Bau, Verkehr und Umwelt den erfreulichen Teil.

Konkrete Zahlen, wie oft die Warnanlage ausgelöst und durch die leuchtenden Schilder die Automobilisten auf die mögliche Querung eines Wildtieres aufmerksam gemacht hat, liegen nicht vor – weil sie nicht erhoben wurden. «Die Auslösungsaufzeichnung wurde nicht bestellt und wird nun in den nächsten Wochen nachträglich eingebaut», so Fischer.

Dieses Malheur entstand offensichtlich durch ein Missverständnis irgendwo zwischen den involvierten Stellen des Baudepartements und dem Lieferanten. Inzwischen liegt die Offerte vor und die Bestellung ist ausgelöst.

Weil keine Zahlen vorliegen, wie oft der Warnimpuls in den ersten Betriebswochen ausgelöst wurde, ist man auf individuelle Meldungen angewiesen. Der az liegen Aussagen von auswärtigen Automobilisten vor, die ziemlich erschrocken sind, als die Warnung durch die blinkenden Schilder bei ihrer Durchfahrt ausgelöst wurden. Andere Autofahrer beschreiben, dass die Anlage ausgelöst hat, sie jedoch statt eines Wildtieres in der überwachten Zone während der Dämmerung einen Spaziergänger angetroffen hätten.

«Dies lässt sich nicht vermeiden, reagiert doch das System auf bewegliche Wärmequellen», so Reto Fischer.

Tödliche Kollision

Seit der Inbetriebnahme gab es auch eine Kollision zwischen einem Auto und dem Reh, das dem Tier das Leben gekostet hat. Reto Fischer bestätigt diesen Zwischenfall, der in der Schafisheim-näheren der beiden überwachten Zonen passierte.

Der Fahrzeuglenker hat sich richtig verhalten und nach dem Unfall den Jagdaufseher alarmiert. Dieser hat es nach Angaben aus dem BVU jedoch versäumt, festzuhalten, ob der Autolenker vorher von den Signalen gewarnt worden war.

Um die Wirksamkeit der 150 000 Franken teuren Anlage lückenlos kontrollieren zu können, müssen diverse Stellen noch Anstrengungen unternehmen. Zudem ist zu hoffen, dass der Auslösungszähler bald montiert ist, denn mit den wärmeren Temperaturen sind die Rehe viel mehr unterwegs.