Niederlenz
Neue Schulraumbauten sind illusorisch – aber nötig

Der Niederlenzer Gemeinderat und die Schulpflege orientierten am Politapéro über die Raumbedürfnisse an der Schule. Die Situation ist prekär. Mehr Raum wird benötigt.

Markus Christen
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Saniertes Oberstufenschulhaus: Hier stellen sich keine Probleme.
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Primarschulhaus Rothbleicherain: Sanierung und Neubau eines Primarschulhauses geplant.
Schulen Niederlenz
Turnhalle im Primarschulhaus: Sanierung oder Neubau?

Saniertes Oberstufenschulhaus: Hier stellen sich keine Probleme.

Markus Christen

Am Mittwochabend erörterten Gemeinderat und Schulpflege im Gemeindesaal einen vor Jahresfrist aufgegleisten Planungsbericht. Darin ermittelten eine Arbeitsgruppe Schulraumplanung, mit Vertretern aus Schulleitung, Schulpflege und Gemeinderat, zusammen mit der Firma Kohli + Partner Kommunalplanung AG aus Wohlen, wie viel zusätzlicher Schulraum in den kommenden Jahren benötigt wird. Dies vor dem Hintergrund, dass die Bevölkerung in der Gemeinde nach Prognosen überdurchschnittlich stark wachsen wird.

Bereits für dieses Jahr wurde der Kindergarten bei der Herrengasse um eine zweite Abteilung erweitert. Die Primarschule wird in den kommenden Jahren Raumbedarf anmelden, der mit der bestehenden Infrastruktur in keiner Weise befriedigt werden kann. «Im Moment ist man mit den bestehenden Schulräumen absolut an der Grenze des gerade noch Möglichen», sagt Schulpflegepräsidentin Sandra Wild.

Primarschule ist prekär

Besonders bei der Primarschule gestaltet sich die Raumsituation prekär. Gemeinderat Heiri Zobrist hält fest, dass das Primarschulhaus Rothbleicherain aus allen Nähten platze. Nicht besser sieht die Situation bei den Turnhallen aus. Bereits in zwei Jahren mangelt es in der Gemeinde an einer, in sieben Jahren an zwei Turnhallen, falls man sich gegen die Sanierung der alten Halle und für einen Neubau entscheidet.

Die akute Problemlage könnte, so schlägt es die Arbeitsgruppe Schulraumplanung vor, in fünf bautechnischen Etappen gelöst werden. Eine erste Etappe beinhaltete den Bau eines neuen Primarschulhauses sowie den Bau eines 2-fach-Kindergartens beim Schulareal und den Bau eines 3-fach-Kindergartens bei der Herrengasse. Während der zweiten und dritten Etappe würde das bestehende Primarschulhaus saniert, sowie eine Doppelturnhalle errichtet. Es folgte in mittelfristiger Zukunft die Erweiterung des Kindergartens beim Schulareal und die Erweiterung des Primarschulhauses.

Doch das wird alles sehr teuer. Allein für die Realisierung der ersten drei Bauetappen rechnet die Arbeitsgruppe mit Kosten bis zu 33 Millionen Franken.

Gemeinderat Zobrist gesteht ein: «Wir wissen heute noch nicht, wie die Finanzierung sichergestellt werden soll.» Ziel sei es, bei der Raumplanung mit dem Berufsbildungszentrum Niederlenz zusammenzuarbeiten, da auch dort Veränderungen anstehen würden und man allenfalls Synergien nutzen könne. Darüber hinaus müsse man sich kreative Lösungen überlegen.

Rund dreissig Einwohner wohnten der Präsentation des Planungsberichtes bei. Sie reagierten grossenteils konsterniert. Die ganze Projektierung sei illusorisch, meinte Urs Fischer. «Ich sehe massive Probleme dabei, auch nur den halben veranschlagten Betrag zu decken.» Zusätzlich seien in der Gemeinde noch andere finanzielle Bedürfnisse vorhanden, die nicht einfach verschwinden würden. Er appelliert deshalb, sich auf ein Szenario zu stützen, das auch finanzierbar sei. Dabei, so fügte Kindergärtnerin Nicole Reber an, müsse aber auch sichergestellt werden, dass für die Lehrerinnen und Lehrer günstige Unterrichtsbedingungen geschaffen würden.

Geschäft wird im Herbst aktuell

Der zusätzliche Schulraum wird dringend benötigt, so Gemeinderat Zobrist. An der Einwohnerversammlung vom 30. November wird aus diesem Grund ein Bruttokredit über 250000 Franken beantragt, um eine sogenannte Testplanung in die Wege zu leiten. Damit, so Zobrist, werde ermöglicht, genaue Planungsdaten zu generieren.