Othmarsingen

Neue Nutzung für überzählige Othmarsinger Schulzimmer

Das Erdgeschoss des grünen Schulhauses würde sowohl von der Primarschule Othmarsingen als auch von der Stiftung Schürmatt benützt. Hanny Dorer

Das Erdgeschoss des grünen Schulhauses würde sowohl von der Primarschule Othmarsingen als auch von der Stiftung Schürmatt benützt. Hanny Dorer

Das Oberstufenschulhaus Othmarsingen wird nicht mehr gebraucht. Nun ist der Kanton daran interessiert und plant ein neues Angebot zur Berufsvorbereitung im Anschluss an die heilpädagogische Schule. Der Standort ist ideal.

Die Auflösung des Oberstufenstandortes Othmarsingen hat zur Folge, dass ein Teil der Schulanlage nicht mehr benötigt wird und die überzähligen Räume einer neuen Nutzung zugeführt werden müssen.

An diesem nicht mehr benötigten Schulraum hat der Kanton grosses Interesse bekundet.

Die Abteilung Sonderschulung, Heime und Werkstätten des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS) plant ein neues Angebot zur Berufsvorbereitung für Jugendliche im Anschluss an die heilpädagogische Schule (HPS).

An deren Standorten ändert sich aber nichts. Das Heilpädagogische Zentrum für Werkstufe und Berufsvorbereitung (HZWB) wird von der Stiftung Schürmatt geleitet. Auf Einladung des Gemeinderates wurde die Bevölkerung am Montagabend über die mögliche neue Nutzung der Schulanlagen informiert.

«Mit der Aufnahme dieses Zentrums könnte Othmarsingen eine Brückenfunktion zwischen Schule und Beruf für Menschen mit speziellem Betreuungsbedarf ausüben», spielte Gemeindeammann Fritz Wirz auf das Wappen der Gemeinde an.

Der Standort Othmarsingen sei wegen seiner zentralen Lage und der guten Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ideal.

Unsicherheit und Ängste abgebaut

Als Schulpflegerin und Mutter habe sie zuerst schon Bedenken gehabt, gab Sandra Wolf zu. «Wer sind diese Jugendlichen, wie verhalten sie sich?», habe sie sich gefragt.

Es sei etwas Neues für Othmarsingen, eine Veränderung, die viele Gefühle auslöse – Unsicherheit, Respekt, Angst. Zahlreiche Diskussionen mit der Stiftung sowie eine Besichtigung der Schürmatt und die Begegnung dort mit Kindern und Jugendlichen hätten ihr jedoch geholfen, Vertrauen aufzubauen. Auf der Basis dieses Vertrauens könne nun etwas wachsen.

Er habe durchaus Verständnis für die Befürchtungen, erklärte Werner Sprenger, Direktor der Stiftung Schürmatt. Mit der Vorstellung der Stiftung und ihrer Arbeit warb er um das Verständnis der Bevölkerung für das Zentrum. Dieses sei nötig, um die jungen Leute entsprechend ihren Fähigkeiten zu fördern.

Wer kommt nach Othmarsingen?

Mit Beispielen aus dem Alltag erklärte Heinz Linder, Leiter Geschäftsbereich Kinder und Jugendliche, wie die jungen Leute sein könnten, die nach Othmarsingen kommen.

«Es ist sozusagen die Elite der HPS», also Jugendliche, die zwar über eine verminderte Intelligenz, aber auch über eine gewisse Selbstständigkeit verfügen. Mit praktischen Fächern bereiten sie sich auf eine einfache Berufsausbildung vor.

Ernst Meier, Leiter HPS Aarau erläuterte das Betriebskonzept. «Das Angebot steht Jugendlichen aus den HPS Aarau, Bremgarten, Lenzburg, Wettingen, Windisch, Wohlen und Zetzwil offen.»

Sie werden während zweier Jahre auf Arbeitsverhältnisse vorbereitet, die ihren Kompetenzen und Neigungen entsprechen. Ziel ist es, das Zentrum mit 80 Plätzen im August 2015 zu starten.

Als «Glücksfall und einmalige Chance» bezeichnete Schulpflegepräsident Mark Hämmerli die Aussicht, dass wieder eine Schule den Raum nützen werde.

Auch er sei anfangs skeptisch gewesen.

Diese Skepsis habe sich aber bereits nach den ersten Kontakten gelegt. «Mit der Schürmatt haben wir einen verlässlichen Partner», schloss er zuversichtlich.

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