Lenzburg
Neue Heimat für Bezirksgericht und Kapo: «Ein würdiger Standort»

Bezirksgericht und Kantonspolizei zügeln an die Niederlenzerstrasse, wo ein Annexbau erstellt werden soll. Gerichtspräsident Daniel Aeschbach ist sehr zufrieden mit dem Entscheid. Der Standort sei der Favorit des Bezirksgerichts gewesen.

Ruth Steiner (Text)und Emanuel Freudiger (Foto)
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Eingeklemmt zwischen Bahndamm, Malagahaus und Erlengut-Tunnel entsteht der neue Annexbau für Bezirksgericht und Kantonspolizei.

Eingeklemmt zwischen Bahndamm, Malagahaus und Erlengut-Tunnel entsteht der neue Annexbau für Bezirksgericht und Kantonspolizei.

EMANUEL PER FREUDIGER

Bezirksgericht und Kantonspolizei bekommen eine neue Bleibe. Der Kanton ist in Zusammenarbeit mit der Stadt Lenzburg an der Niederlenzerstrasse 27 fündig geworden. Die beiden Institutionen, derzeit noch im längst sanierungsbedürftigen Bezirksgebäude beim Metzgplatz untergebracht, werden mit der Regionalpolizei am Standort des Malaga-Gebäudes zusammenführt und mit einem Erweiterungsbau an das bestehende Malaga-Gebäude angekoppelt.

Vorgesehener Zügeltermin ist 2019. Die Kosten für das Bauvorhaben werden auf 12,8 Mio. Franken geschätzt. Laut Information des Kantons wird noch im Laufe dieses Jahres ein Projektwettbewerb durchgeführt. Voraussichtlich 2016 wird der Grosse Rat über das Projekt und den Baukredit zu befinden haben.

Dieses Konzept habe man gemeinsam mit dem Kanton und dem Eigentümer des Malagahauses entwickelt, liess Stadtrat Martin Stücheli verlauten.

Infrastruktur für beide Polizeikorps

Ursprünglich war an 14 verschiedenen Standorten in der Stadt evaluiert worden. In der engeren Wahl verblieben schlussendlich drei Varianten: «Im Lenz», das ehemalige Hero-Areal, die geplante «Arcmala»-Überbauung beim Bahnhofplatz und das nun gewählte Malaga-Grundstück.

«Diese Lösung hat mit Abstand am besten zu überzeugen vermocht», hält Stücheli fest. Wichtige Kriterien zur Standortwahl waren dabei die zentrale Lage, die kurze Distanz zur Staatsanwaltschaft und nicht zuletzt die unmittelbare Nähe zur Polizei. Dadurch, dass die beiden Polizeieinheiten im selben Objekt untergebracht werden, können künftig Synergien genutzt und Betriebsabläufe optimiert werden, heisst es in einer Medienmitteilung des Departements Volkswirtschaft und Inneres. Tatsächlich sieht das Raumprogramm vor, dass ein Teil der Infrastruktur sowohl von der Kantons- wie auch von der Regionalpolizei genutzt wird.

Zudem, so Stücheli, könne mit einem Annexbau mit den Landreserven haushälterisch umgegangen werden und es bleibe ein Grünraum gegen das Erlengut-Quartier erhalten.

Die Stadt Lenzburg stellt dem Kanton das Grundstück unentgeltlich – im Rahmen der Landstellungspflicht für Standortgemeinden – im Baurecht zur Verfügung.

Zufrieden mit dem zukünftigen Arbeitsplatz zeigt sich Gerichtspräsident Daniel Aeschbach: «Man hat einen würdigen, justizrepräsentativen Standort gewählt.» Im übrigen sei das Bezirksgericht in die Evaluation miteinbezogen worden und habe seine Meinung kundtun können. «Der nun gewählte Sitz war unser Favorit», sagt er.

Die Integration der Kindes- und Erwachsenenbehörde ins Familiengericht, die zunehmenden Verfahrensvorschriften und die steigenden Fallzahlen im Bezirk Lenzburg haben beim Bezirksgericht zu akuter Platznot geführt. «Künftig werden genügend Gerichtssäle für parallel laufende Verhandlungen bereit stehen. Es werden Besprechungszimmer geschaffen und das Gebäude wird barrierefrei gebaut», freut sich Aeschbach. Erst kürzlich, so erzählt er, habe man im Bezirksgebäude eine Person im Rollstuhl mit Manpower die Treppe hinauf und wieder hinunter tragen müssen.

Bezirksgebäude wird verkauft

Ist eine Sanierung des heutigen Bezirksgebäude keine Option gewesen? «Nein», sagt Martin Stücheli «das wäre zu aufwändig gewesen.» Zudem sei die Zu- und Wegfahrt bei Veranstaltungen auf dem Metzgplatz für die Kantonspolizei zunehmend zu einem Handicap geworden.

Kantonspolizei und Bezirksgericht sind seit 1940 im Bezirksgebäude am Metzgplatz untergebracht. Laut Stadtrat Stücheli soll die Liegenschaft anschliessend veräussert werden.