Lenzburg
Neue Bar hat ausgerechnet am Samstag zu: «Man müsste einen enormen Aufwand betreiben»

Am Samstag steht man bei der Taverne Leopold vor verschlossener Tür – sehr zum Leidwesen der Lenzburger Partygänger. Pächter Sven Ammann erklärt, weshalb das so ist.

Henrik Furrer
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Pächter Sven Ammann will die Taverne Leopold samstags nicht regelmässig offen halten.

Pächter Sven Ammann will die Taverne Leopold samstags nicht regelmässig offen halten.

zVg

Es ist kurz vor Mitternacht am vergangenen Samstagabend. Eine Gruppe Lenzburger Mittzwanziger nähert sich der Taverne Leopold. Abrupt bleiben sie vor dem Eingang stehen.

Im Innern ist es dunkel. «Samstag geschlossen» steht da. Ungläubige Blicke werden ausgetauscht. Da gibt es endlich wieder eine neue Bar in Lenzburg und dann das. «Wie kann das sein?», tönt es aus der Runde. «Haben die es denn nicht nötig?» Unverrichteter Dinge zieht die Gruppe weiter ins nahegelegene Pub.

Nach einer halbjährigen Durststrecke hatte der Lenzburger Gastronom Sven Ammann im Dezember 2015 die ehemalige isegass-Bar übernommen und unter dem Namen «Leopold» wieder eröffnet.

Doch wird das «Leopold» den Erwartungen der Kundschaft gerecht? Aufgrund der ungewöhnlichen Öffnungszeiten muss dies zumindest infrage gestellt werden.

Am Samstag ist nur wenig los

Weshalb das «Leopold» am Samstag geschlossen hat, erfährt man auf der Homepage der Taverne. «Mietbar für Events» steht da. Ammann erklärt die Idee dahinter: «Am Samstag läuft in Lenzburg einfach zu wenig, die meisten gehen lieber nach Zürich in den Ausgang.»

Er kenne das nur zu gut aus seiner Zeit als Pächter der Nachtschicht-Bar, die er von 2004 bis 2013 in Lenzburg betrieben hat.

«In Lenzburg muss man einen enormen Aufwand betreiben, um die Bar samstags zu füllen.» Aus Ammanns Sicht macht es daher mehr Sinn, das «Leopold» am Samstag für spezielle Events zu vermieten.

Eine weitere Hemmschwelle für geräuschvolle Wochenend-Aktionen ist die Tatsache, dass sich die Bar mitten im Wohngebiet befindet. «Ich will das gute Nachbarschaftsverhältnis in der Eisengasse nicht strapazieren», meint Ammann dazu.

Auf die Frage, ob das «Leopold» mit diesem Konzept rentiere, sagt er: «Absolut nicht.» Doch ihm gehe es auch nicht darum, möglichst viel Gewinn zu machen.

Das «Leopold» solle ein interessantes Ergänzungsangebot für das Lenzburger Nachtleben sein.

Ins «Leopold» komme man für spezielle Cocktails und wegen dem unverwechselbaren Ambiente im historischen Kellergewölbe der Altstadt. «Wunderbar für das erste Date», meint Ammann.

Verständnis für Unzufriedenheit

Eine Belebung des Lenzburger Nachtlebens ist vor allem der jüngeren Generation ein grosses Bedürfnis. «Ich verstehe den Unmut über unsere Öffnungszeiten», sagt Sven Ammann. Es tue ihm selber auch ein Stück weit weh, dass er am Samstag keinen gewöhnlichen Barbetrieb bieten könne.

Um die Lenzburger Partygänger nicht allzu sehr vor den Kopf zu stossen, will Ammann in unregelmässigen Abständen samstags spezielle Events durchführen. Der erste mit «Drinks und DJ» findet bereits übermorgen statt.

Ammann ist überzeugt von seinem Konzept, will dieses bis zum Jugendfest probehalber durchziehen. Ob sich an den Öffnungszeiten anschliessend etwas ändern wird? «Ausgeschlossen ist es nicht.»