Lenzburg
Neubau steht, Provisorium kommt weg

Gegen die vorübergehenden Bauten für das Pflegeheim wehren sich zwei Anwohner. Einer der Einwender befürchtet, dass das geplante Provisorium auf der Baumannsmatte für immer stehen bleibt.

Barbara Vogt
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Auf der Baumannsmatte stehen die Profile für das Provisorium noch. fritz thut

Auf der Baumannsmatte stehen die Profile für das Provisorium noch. fritz thut

Der zweite hat gleich mehrere Punkte, die ihn stören: Erschliessung, Anlieferungsweg, Gebäudehöhe, Baustellenverkehr. Laut Christoph Schnegg, Leiter der Abteilung Hochbauten Lenzburg, lädt das Stadtbauamt in nächster Zeit zu Einwendungsverhandlungen ein.

Schnegg beruhigt, was die erste Einsprache eingeht. «Das Altersheim will kein Provisorium auf Halde. Und es wird später weder für ein Asylheim noch für andere Zwecke gebraucht.» Der provisorische Bau bleibe nicht länger als nötig stehen. «Das kostet nur Geld.»Schnegg betont, dass das Stadtbauamt das Provisorium erst dann bewillige, wenn die Bewilligung für den Neubau vorliege. Die kantonale Bewilligung für die vorübergehenden Bauten liegt vor.

Pflegeheim wird ersetzt

Auch die Alterszentrum Obere Mühle AG beruhigt die Anwohner: In ihrem jüngsten Infoblatt schreibt sie, dass sie besorgte Anfragen aus der Nachbarschaft erhalten habe. Deshalb verschickte die Verwaltung allen Anwohnern einen Brief, in dem sie diesen versicherte, dass die provisorischen Bauten nach Bezug des Ersatzneubaus «wieder zurückgebaut und der ursprüngliche Zustand hergestellt» werde.

Die Alterszentrum Obere Mühle AG plant, das jetzige Pflegeheim zu ersetzen. Während des Neubaus sollen die Altersheimbewohner in einem Provisorium leben. Ein Totalunternehmer liefert die Wohnmodule an. Später baut er sie wieder zurück und verwendet sie für ähnliche Zwecke. Die Übergangslösung dauert rund drei Jahre, rechnen die Verantwortlichen. Billig ist sie nicht: 12 Millionen Franken kosten das Provisorium, bei der Rückgabe erhält das Altersheim 5 Mio. zurück.

Zu hoher Betrag

Etliche Lenzburger, insbesondere bürgerliche Kreise, fanden den Betrag hoch. Aber sie schluckten die Kröte, denn eine idealere Lösung gibts nicht, und dass es ein neues Pflegeheim braucht, ist unbestritten. Das Provisorium besteht aus einem Hauptgebäude mit über 80 Betten, Räumen für Mehrzweckhalle, Cafeteria, Küche. Im Provisorium sei die Lebens- und Wohnqualität höher als im jetzigen Heim, sagte Stadträtin Heidi Berner, als sie das Projekt vor Jahresende vorstellte.

Andere Einfahrt

Weil das Provisorium teilweise zweigeschossig wird, befürchtet der zweite Einwender eine Einschränkung seiner Aussicht. Er moniert unter anderem, dass die Einfahrt über den Kreuzbereich Wilstrasse – und nicht wie er vorschlägt – über den Parkplatz der Badi führt. Christoph Schnegg zufolge macht der Einwender nicht seine eigenen Schutzinteressen, sondern diejenigen der Allgemeinheit geltend. Er befürchtet Lärmimmissionen durch Anlieferer, die über die Wilstrasse zum Provisorium fahren. Deshalb schlägt er auch eine andere Anfahrtsroute vor.

Christoph Schnegg ist überzeugt, dass es zu einer Einigung mit den Einsprechern kommt. Er findet: «Das Provisorium steht nicht länger als drei Jahre. Dies ist für die Betroffenen zumutbar.»

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