Niederlenz

Neubau ist billiger als aufzustocken

Ortsdurchfahrt mit Gemeindehaus

Ortsdurchfahrt mit Gemeindehaus

An der Gmeind vom kommenden Freitag geht es um einen Baukredit von 5,4 Millionen für ein neues Schulhaus.

Lange haben die Niederlenzer Möglichkeiten diskutiert, wie sie am besten zu neuem Schulraum kommen. Jetzt hat man eine Lösung gefunden: Der Gemeinderat beantragt der Gemeindeversammlung vom kommenden Freitag einen Baukredit von 5,4 Mio. Franken für ein neues Schulhaus auf dem Areal des Rössligasse-Schulhauses. Der Weg bis zu diesem – von Gemeinderat und Schulpflege gemeinsam getragenen Vorschlag – hat sich hingezogen.

Nachdem sich der Landabtausch mit den Schweizerischen Gemeinnützigen Frauen Teile des Areals der Gartenbauschule vor anderthalb Jahren zerschlagen hatte, wurde für das bestehende Schulareal ein Masterplan in Auftrag gegeben und an der letzten Wintergmeind vorgestellt. Die Stimmbürger haben daraufhin einem Planungs- und Projektierungskredit für die Schaffung von neuem Schulraum zugestimmt. Dabei wurde von einer Aufstockung des Schulhauses Rössligasse ausgegangen. Diese Variante wurde damals gegenüber einem Neubau als zweckmässiger und wirtschaftlicher beurteilt.

In der Zwischenzeit hat sich das Blatt jedoch gewendet. Die Grobkostenschätzungen für die Sanierung des Schulhauses Rössligasse haben einer näheren Abklärung nicht standgehalten. «Das Schulhaus ist in einem viel schlechteren Zustand als angenommen. Die Kosten für die Erdbebensicherheit des Gebäudes wären höher als angenommen. Auch müsste bei einer Aufstockung zuerst die Gebäudestatik verbessert werden.» Dafür würden alles in allem Kosten von schätzungsweise 6,8 Mio. Franken anfallen. Wie sich herausstellte, ist dieser Betrag viel höher als für einen Neubau, der auf rund 5,4 Mio. Franken beziffert wird.

Im geplanten 3-stöckigen Gebäude haben fünf Schulzimmer, ein Zeichnungszimmer, eine Kochschule mit Ess- und Theorieraum sowie Gruppen- und Technikräume Platz. Zudem besteht die Option auf ein weiteres Stockwerk. Wird der Kredit gutgeheissen, will der Gemeinderat für die Realisation ein flottes Tempo anschlagen: Geplanter Baustart ist im Sommer 2016, Bezug des Neubaus für Sommer 2017 vorgesehen.

Als dritte Option hat der Gemeinderat die Integration der Oberstufe in die Schule im benachbarten Möriken-Wildegg geprüft. Doch haben Gemeinderat und Schulpflege aus wirtschaftlichen und pädagogischen Überlegungen sowie wegen der vertraglichen Verpflichtung von mindestens 35 Jahren von dieser Variante wieder Abstand genommen, erklärt Link.

Sparpotenzial ist ausgereizt

Die prekäre finanzielle Lage ist für die Niederlenzer nicht neu. Man lebt schon seit Jahren mit dieser Situation. Und dabei schaffe es die Gemeinde jedes Jahr von Neuem, einen respektablen Abschluss zu präsentieren, sagt Gemeindeammann Jürg Link. Doch jetzt könne die Sparschraube nicht mehr weiter angezogen werden. «Es besteht kein weiterer Spielraum zum Sparen, ohne dass es der Gemeinde an die Substanz geht.»

Trotzdem will die Gemeinde das 725-jährige Bestehen im kommenden Jahr angemessen feiern. Für Festivitäten hat der Souverän an der Sommergmeind 200 000 Franken bewilligt. Ein richtiger Entscheid, findet Gemeindeammann Link. «Es ist zwar ein Luxus, doch es ist ein einmaliger Aufwand und es gibt der Gemeinde 25 Jahre nach dem letzten grösseren Fest Gelegenheit, wieder einmal die Gemeinschaft zu pflegen.»

Das Budget 2016 sieht bei einem Umsatz von 13,5 Mio. Franken ein Minus von
332 500 Franken vor. Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 120 Prozent.

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