Hallwil
Neu verlegter Wannenmoosbach feierlich eingeweiht

In Hallwil ist der neu verlegte Wannenmoosbach mit einem Apéro eingeweiht worden. «Ohne die Bachverlegung gäbe es keine Landi», sagte Vizeammann Daniel Lüscher.

Ann-Kathrin Amstutz
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Die geladenen Gäste besichtigen den neuen Wannenmoosbachlauf vor der Einmündung in den Aabach. aka

Die geladenen Gäste besichtigen den neuen Wannenmoosbachlauf vor der Einmündung in den Aabach. aka

Ann-Kathrin Amstutz

Der Aabach glitzert in der Abendsonne. Einen Steinwurf von der neuen Einmündung des Wannenmoosbaches entfernt plaudern die geladenen Gäste. Man spricht über Springreiten, Trennkost und Dorfneuigkeiten. Lautes Lachen ist zu hören, während sich die fröhliche Runde an Grilladen und einem guten Tropfen labt. Heute ist die Welt in Ordnung – vor wenigen Monaten sah das noch ganz anders aus. Damals war ein erfolgreicher Projektabschluss in weiter Ferne.

Doch beginnen wir von vorne. Im Jahre 2008 wurde klar, dass die Kistenfabrik Lauber keine Zukunft mehr hat. Auf dem Grundstück sollte etwas Neues entstehen, am besten ein Grossmarkt wie die Landi, die Hallwils Attraktivität steigern würde. Doch der Idee stand ein mächtiges Hindernis im Wege: der Wannenmoosbach. Eingedolt führte er mitten durch das Areal und zerschnitt es in zwei Teile. Und nicht nur das: Bei starken Regenfällen geriet der Bach ausser Rand und Band und provozierte wegen Überschwemmung der Kantonsstrasse so manchen Feuerwehreinsatz.

Was also tun mit dem problematischen Bach? Der Gemeinderat startete ein Projekt zu seiner Verlegung, kombiniert mit einer Sanierung der Hauptstrasse und dem Kreiselbau. Damit sollte der Grundstein für die Entstehung der Landi Hallwil gelegt werden.

Im Juni 2012 bewilligte die Gemeindeversammlung einen Kredit von knapp 1,2 Millionen Franken. Da es keine Einsprachen gab und die kantonale Abteilung Landschaft und Gewässer grünes Licht gab, konnten die Bauarbeiten Anfang 2014 beginnen. Neu wurde der Wannenmoosbach unter dem Bahntrassee der SBB und der Kantonsstrasse durchgeleitet. Der Raum für die Betonröhre wurde in mühsamer manueller Bohrarbeit geschaffen, da Störungen im Strassen- und Bahnbetrieb vermieden werden mussten.

Im unteren Bereich gingen die Arbeiten zügig vonstatten. Hier wurde der Wannenmoosbach nun oberirdisch weitergeführt, mitten durch landwirtschaftlich genutzte Flächen. Im Herbst 2015 konnte auch dieser Abschnitt fertiggestellt werden.

Ringen um eine Lösung

Fertig gebaut, also alles in Butter? Mitnichten. Die wahren Schwierigkeiten standen erst bevor. Davon kann Gemeinderat Christian Müller ein Lied singen. «Plötzlich stellte sich heraus, dass verschiedene Reglemente und Vorschriften da sind, welche einander widersprechen.» Zudem wurden während der Verhandlungen verschiedene Gesetze geändert, sodass man wieder von vorne beginnen musste. «Manchmal hätte ich wirklich den Bettel hinwerfen können», sagt Müller.

Ein Landanstösser, der wegen des Bachlaufs Land abtauschen musste, formuliert es so: «Die Fronten waren verhärtet. Kein Bauer gibt gerne Land ab.» In zahllosen Einzelgesprächen und zähen Verhandlungen kam man sich näher. Christian Müller betrieb einen riesigen Aufwand, um alle Unterschriften zu sammeln. Im Juli 2016 folgte endlich die Einigung, ein Kompromiss, der alle zufriedenstellte.

Am Apéro treffen sich nun alle Beteiligten in gelöster Stimmung. Der Stolz ist gross, dass man allen Widrigkeiten zum Trotz eine gute Lösung gefunden hat. Die Mühe habe sich gelohnt, findet Vizeammann Daniel Lüscher: «Ohne die Bachverlegung gäbe es keine Landi. Und dank ihr ist Hallwil für das Gewerbe und als Wohnort viel attraktiver geworden.» Er zeigt auf drei neue Wohnblöcke, die vom Aabach aus zu sehen sind. «Ab 1. Oktober ziehen die Leute ein. Damit wächst die Bevölkerungszahl von 800 auf 900.»