Lenzburg
Neophytenbekämpfung lässt kein Nachlassen zu

Um die Invasion unerwünschter auswärtiger Pflanzen im Lenzburger Wald nachhaltig stoppen zu können, werden einheimische Freiwillige gesucht. Auch Asylbewerber standen einen Monat im Einsatz.

Heiner Halder
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Den Asylbewerbern gefällt die Arbeit im Wald, die Betreuer Matthias Müller und Yanick Isenmann sind zufrieden.

Den Asylbewerbern gefällt die Arbeit im Wald, die Betreuer Matthias Müller und Yanick Isenmann sind zufrieden.

hh

Das kantonale Pilotprojekt Neobiota ist im Lenzia-Wald mit Erfolg gestartet: Bisher konnte im Lütisbuech nach Einschätzung von Projektleiter Markus Dietiker eine Fläche von rund 45 Hektaren vom Drüsigen Springkraut befreit werden – das Resultat aufwendiger Handarbeit.

Elf Schulklassen standen im Einsatz, zwei kommen im August noch dazu; am ersten freiwilligen Arbeitstag rupften 60 Personen, was das Zeug hält; Dreiergruppen bildeten sich zur regelmässigen Nachkontrolle. Die eliminierten Neophyten wurden tonnenweise aufgehäuft, sie verrotten und verdorren vor Ort.

Zufriedene Asylbewerber

Den ganzen Juli hindurch werkten zehn Asylbewerber im Wald: «We are happy to do that», lacht ihr Sprecher. Auch sie verpflichteten sich freiwillig für den Frondienst, welcher im Rahmen des Pilotprojektes von Crea Nativa organisiert wird.

Die Zivis Matthias Müller und Yanick Isenmann, und Koch/Psychologe Diego betreuen die Männer, fünf Tibeter, vier Eritreer und einen Äthiopier.

Sie sind zufrieden mit deren Einsatzbereitschaft und Leistung: «Wir sind positiv überrascht, sie arbeiten schnell und selbstständig.» Beim Besuch im noch regennassen Lütisbuech machen Solomon, Thiodros, Tasfay, Tempa, Tashi, Sonngja und Tsiring jedenfalls einen zufriedenen Eindruck.

Natürlich machten auch ihnen Hitze und Regen zu schaffen, teilweise auch die ungewohnte Verpflegung. Die Kommunikation auf Englisch klappt leidlich. Die Gruppe, welche sich aus der ganzen Region zusammensetzt, schätzt die bescheiden entlöhnte Beschäftigung, während sie auf den Entscheid über ihre Aufnahme warten.

Nach Abschluss der Lenzburger Etappe ziehen sie nach Buchs weiter.

Mit dem Abschluss der ersten Phase ist es beim hartnäckigen Springkraut allerdings nicht getan, regelmässige Nachkontrollen sind wichtig. Dafür sind nun wieder Einheimische gefragt, ein zweiter Arbeitstag ist ausgeschrieben.

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