Bahnreisenden kündigt sich Lenzburg durch das pittoreske Schloss an, das mächtig auf dem Hügel thront. Nun wird ein zusätzliches Symbol die Aufmerksamen auf sich ziehen: Schon bald leuchtet nachts eine Lichtinstallation vom Dach der früheren Hero-Spenglerei.

Beobachter haben in den vergangenen Tagen bemerkt, dass sich auf dem Gebäude hinter dem Bahnhof etwas tut. Dort wurde nun das von der Kulturkommission initiierte Neon-Kunstwerk montiert.

Einem ahnungslosen Laien kommen die ineinander verwobenen Neonröhren einem eigenwilligen Bienli gleich, das durch die Luft schwirrt und seine Spuren hinterlässt. Künstlerin Franziska Furter hat bei den Montagearbeiten mitgeholfen.

«Ich hatte an eine Hummel gedacht»

Künstlerin Franziska Furter über ihre Neon-Installation auf dem Hero-Dach.

 Der Vergleich sei nicht von der Hand zu weisen, sagt sie schmunzelnd. Sie habe zwar eher an eine Hummel gedacht, doch seien beide Tiere sympathische Lebewesen. «Die Neon-Installation visualisiert tatsächlich eine Flugbahn.

Sie veranschaulicht etwas, das man nicht sieht, nur erahnen kann», erklärt Furter. Sie möchte, dass sich der Betrachter mit dem abstrakten Gebilde auseinandersetzt. Je nach Optik auf den «Hummelflug» soll ein ganz anderes Bild entstehen.

Für die 46-jährige Franziska Furter ist dieser Auftrag kein gewöhnlicher. Ihr Nachname verrät, dass die in Basel und Berlin wohnende Künstlerin einen Bezug zur Region hat. Ihre Familie komme aus Staufen, verrät sie, und die Patin sei in Lenzburg zu Hause.

Werner Christen von der Kulturkommission ist zufrieden. «Das Neonlicht-Kunstwerk markiert entlang der Bahnlinie Bern–Zürich die kulturelle Präsenz von Lenzburg», hält er fest.

Christen versichert auch, dass die filigran anmutenden Neonröhren den Launen der Natur standhalten sollten. Die Röhren sind an Stützen befestigt und auf schwere Betonplatten montiert.

«Es ist alles so berechnet, dass die Installation selbst einem Sturm standhalten sollte.» 24 000 Franken kostet das Lichtkunstwerk. Es wird grossenteils von Sponsoren finanziert. Mit einer feierlichen Eröffnung wird die Neon-Skulptur am Samstag, 28. April, in Betrieb genommen.

Es ist geplant, das Licht beim Eindunkeln um 20.30 Uhr einzuschalten. Vom Bahnhofplatz aus habe man den besten Blick auf das Kunstwerk, verrät Werner Christen und meint mit einem Augenzwinkern. «Der ‹Hummelflug› verschönert den Bahnhofplatz. Es ist ein erstes Zeichen für dessen Erneuerung.»