Seetal
Naturfrau und Touristiker sind sich einig

Das Podium an der Seetalkonferenz zum Thema «Das Potenzial unserer Seen» wurde nicht zum Streitgespräch: Natur und Landschaft sind hier der grosse Trumpf.

Fritz Thut
Merken
Drucken
Teilen
Die Teilnehmer am Seetalkonferenz-Podium: Felix Suhner (Unternehmer/Inhaber, «Seerose Resort & Spa»), Marleen Schäfer (Projektleiterin Pro Natura Luzern), René Bossard (Präsident Seetaltourismus). Fritz Thut

Die Teilnehmer am Seetalkonferenz-Podium: Felix Suhner (Unternehmer/Inhaber, «Seerose Resort & Spa»), Marleen Schäfer (Projektleiterin Pro Natura Luzern), René Bossard (Präsident Seetaltourismus). Fritz Thut

Fritz Thut

Zur dritten Seetalkonferenz nach den Ausgaben von 2013 und 1014 lockte die Arbeitsgruppe «Kantonsübergreifendes Entwicklungsprojekt (KEK)» unter dem Präsidium von Gabi Lauper Richner weit über 100 Personen in die Meisterschwander «Seerose».

Bevor dem Hauptziel des Anlasses (Kontakt- und Vernetzungspflege) gefrönt werden konnte, gab es drei interessante Impulsreferate und eine Podiumsdiskussion. Die ganze Veranstaltung stand unter dem Motto «Das Potenzial unserer Seen – Ressource Wasser».

Neben der erstmaligen Präsentation des Projektes ARA Seetal (siehe oben), lobte Philippe Baltzer, Leiter der Abteilung für Umwelt des Kantons Aargau, die Fortschritte der Gesundung von Baldegger- und vor allem Hallwilersee: «Die Sanierung ist schon fast am Ziel; es ist die Erfolgsgeschichte einer vorbildlichen Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen hinweg.»

Stephan Marty, CEO der «ewl energie wasser luzern», schilderte aktuelle Projekte für die vermehrte Nutzung des Vierwaldstättersees – nicht nur als Trinkwasser-, sondern auch als Wärme und Kältelieferant.

Einheitliche Visionen

Wer aufgrund der heterogenen Zusammensetzung des Podiums eine kontroverse Diskussion erwartet hatte, wurde schon bei der Antwort auf die Startfrage von Moderator Diego Yanez eines Besseren belehrt. Der Direktor der Journalistenschule MAZ wollte von seinen Gästen wissen: Wie sieht Ihre Vision des Seetals in 10 Jahren aus?

Marleen Schäfer, Projektleiterin bei der Pro Natura Luzern, träumt von einem wichtigen Naturschutzgebiet rund um den Baldeggersee analog zum Hallwilersee. «Ich wünsche mir eine gesteigerte Wertschätzung der Natur durch Bewohner und Besucher.»

Diesen Aussagen schlossen sich der Inhaber des «Seerose Resort & Spa», Felix Suhner, und René Bossard als Präsident von Seetaltourismus weitgehend an. «Die Natur hat bei uns einen hohen Stellenwert. Das Hallwilerseeschutzdekret ist wichtig; dank ihm sind 75 Prozent der Ufer nicht bebaut und ich hoffe, dass dies in 10 Jahren immer noch so ist», so Suhner.

Bossard pries die «einmalige Landschaft» als grössten Trumpf der Region, ergänzte jedoch: «Die touristischen Betriebe hier brauchen einen gewissen Spielraum.» Er hoffe, dass auch in zehn Jahren der Spagat zwischen Sorgentragen zur Natur und Wirtschaftlichkeit gemacht werden kann.

Für Aussenstehende tat der Tourismus-Präsident eine vielleicht überraschende Aussage: «Bei Seetaltourismus ist es nicht das Ziel, möglichst viele Leute anzulocken, vor allem an schönen Sommertagen. Unser Ziel ist es, eine möglichst hohe Wertschöpfung zu generieren.»

Dass hier nicht nur monetäre Werte gemeint sind, zeigte sich bei der Aufzählung von möglichen Seenutzungen, die aber allesamt keine Chancen haben: Eine grosse Opernbühne oder regelmässige Feuerwerke. Erst kürzlich sprachen zwei Jungunternehmer bei Bossard vor und wollten ihm einen spektakulären Wasserpark als neuen Tourismusmagneten aufschwatzen. Ohne Erfolg: «Das passt nicht hierher; das wollen wir hier nicht», lautete die dezidierte Absage.