Lenzburg
Nächstes Ziel für Swiss Skills-Goldgewinner: WM in Brasilien

An den Schweizer Berufsmeisterschaften in Bern waren mehrere junge Berufsleute aus der Region erfolgreich. Informatiker Loris Scandurra von der Berufsschule Lenzburg gewann Gold.

Sibylle Haltiner
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Computernetzwerke sind für Loris Scandurra nicht nur tägliche Arbeit, sondern auch Passion.

Computernetzwerke sind für Loris Scandurra nicht nur tägliche Arbeit, sondern auch Passion.

Sibylle Haltiner

Vernetztes Denken war eine der Hauptanforderungen für die Informatiker, welche sich an den Swiss Skills, den Schweizer Berufsmeisterschaften in Bern, dem Wettbewerb stellten. Loris Scandurra aus Vogelsang konnte sich am besten in die komplexen Herausforderungen hineinversetzen. In der Kategorie «IT Network Systems Administration» wurde er mit der Goldmedaille ausgezeichnet.

Förderung im Lehrbetrieb

Der junge Berufsmann hat im August seine vierjährige Ausbildung zum Informatiker an der Berufsschule Lenzburg abgeschlossen und arbeitet nun neben seinem Fachhochschulstudium zum Wirtschaftsinformatiker in Teilzeit bei seinem ehemaligen Lehrbetrieb.

Ruedi Suter, Rektor der Berufsschule, lobte gestern an einer kleinen Feier für den Goldmedaillengewinner dessen Einstellung zum Beruf: «Er war die ganze Lehrzeit hindurch sehr interessiert, zielstrebig und engagiert. Ausserdem ist er sehr ehrgeizig und hat sich immer in Wettbewerben mit anderen messen wollen.» Auch Scandurra hat nur lobende Worte für seinen Lehrbetrieb: «Ich wurde immer gefördert und durfte schon früh Verantwortung übernehmen.»

Diese Förderung und auch die Umstellung der EDV, die kürzlich in der Berufsschule Lenzburg vorgenommen wurde, kamen Loris Scandurra beim Wettkampf in Bern zugute. In sieben Stunden musste er ein Netzwerk aufbauen und zwei Server aufsetzen. «Die Übersicht über das Ganze zu gewinnen und das komplexe Netzwerk zu verstehen, waren die grössten Herausforderungen», erklärte Scandurra. Am Schluss musste alles funktionieren.

Neben dem Zeitdruck war auch die laute Arbeitsumgebung ein Knackpunkt. «Gleich nebenan war eine Radiostation auf Sendung.» Scandurra hatte vorgesorgt und Oropax an die Prüfung mitgenommen.

Hoffnung auf Brasilien

Dass sich Scandurra gegen seine rund 30 Mitkonkurrenten durchsetzen konnte, lag nicht nur daran, dass sein Netzwerk am Schluss tadellos lief. Er hatte sogar noch Zeit, zusätzlich freiwillige Speedaufgaben zu lösen, welch Extrapunkte einbrachten.

Computer und Informatik sind für Loris Scandurra nicht nur Beruf, sondern auch Hobby und Passion. Nun hofft er, für die Weltmeisterschaften 2015 in São Paulo, Brasilien, nominiert zu werden. Von vier Kandidaten wird einer die Schweiz vertreten dürfen. Dabei darf Scandurra auf die Unterstützung seines Arbeitgebers zählen. Zudem ist er bereit, für diesen Traum einen Teil seiner Freizeit zu investieren.