Niederlenz
Nächstes Jahr wird eine weitere Post in der Region schliessen

Im Herbst 2017 schliesst die Poststelle. In die neue Apotheke im Hetex-Areal kommt eine Post-Agentur

Ruth Steiner
Drucken
Teilen
«Wir müssen es als ein Entgegenkommen der Post betrachten, dass zumindest eine Post-Agentur weitergeführt wird», findet Jürg Link, Gemeindeammann von Niederlenz.

«Wir müssen es als ein Entgegenkommen der Post betrachten, dass zumindest eine Post-Agentur weitergeführt wird», findet Jürg Link, Gemeindeammann von Niederlenz.

Emanuel Per Freudiger

Im Juni traf es die Poststelle Lenzburg 2 im Hirzelhaus auf dem Seifi-Areal. Auch die Post Hunzenschwil ist auf dem Prüfstand. Entscheide sind noch keine gefallen, man sei auf der Suche nach einer Partner-Lösung, heisst es bei der Post auf Nachfrage.

Erst kürzlich liess die Post verlauten, bis 2020 nochmals 600 traditionelle Poststellen abzubauen. Jetzt ist die Reihe an Niederlenz. Im Herbst 2017 will die Post die Filiale im «Gmeindhuus» schliessen und an deren Stelle eine Agentur einrichten, und zwar in der neuen Apotheke, die im Hetex-Areal eröffnet.

In Niederlenz ist man über diesen Entscheid gar nicht erfreut. «Wir sind nicht glücklich darüber und hätten lieber die Poststelle behalten», bestätigt Gemeindeammann Jürg Link. In der Gemeinde hat man nämlich in der Vergangenheit auf die Entwicklung des Dorfzentrums gesetzt und deshalb viel Geld in dessen Aufwertung investiert. Auch in die Sanierung der ortsbürgereigenen Liegenschaft, in welcher der Lebensmittelhändler Spar untergebracht ist. Im Rahmen der millionenschweren Sanierung der Kantonsstrasse waren zudem Dorfrain und Dorfplatz erneuert und gestalterisch aufgewertet worden.

Für Post andere Grössen wichtig

Bei der Post nimmt man keine Rücksicht auf die regionale Entwicklung. Es zählen andere Richtwerte, bestätigt Michael Flückiger, Kommunikationsverantwortlicher Postnetz Mitte. «Eine Zunahme der Einwohnerzahl in einer Gemeinde bedeutet für die lokale Poststelle nicht zwangsläufig höhere Frequenzen und mehr Postgeschäfte», sagt er. Die Post stütze sich bei ihren Entscheidungen auf die Veränderungen der Kundengewohnheiten, heisst es. Heutzutage würden Postgeschäfte mit elektronischen Mitteln wie etwa E-Banking oder auf dem Weg zur Arbeit erledigt.

Schlimmeres verhindert

Schlussendlich ist man in Niederlenz jedoch froh, wenigstens eine Post-Agentur retten zu können. Es hätte auch ganz anders kommen können. Ginge es nämlich streng nach dem geltenden Postgesetz, so wäre nicht einmal dies nötig. Gemeindeammann Link zitiert das Postgesetz, welches vorsieht, wenn die Erreichbarkeit einer anderen Poststelle innerhalb von 20 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln gegeben ist, die Post keine Alternative bieten müsse. Die Post, so Link, habe im Schreiben an den Gemeinderat festgehalten, dass sich Niederlenz in der Raumplanungsregion Lenzburg und Umgebung befinde mit aktuell drei Poststellen im erwähnten Perimeter, und zwar in Lenzburg, Rupperswil und Wildegg.

Post hat Kontakt gesucht

Nach Bekanntwerden dieses Sachverhalts habe sich der Gemeinderat bei seinen Bemühungen auf den Erhalt einer Post-Agentur konzentriert. Für den Gemeindeammann ist die nun vorliegende Lösung deshalb eine gute Alternative zur Poststelle. «Wir müssen es letztendlich als ein Entgegenkommen der Post betrachten, dass in Niederlenz zumindest eine Post-Agentur weitergeführt wird. Sonst hätten wir gar nichts mehr im Dorf. Das wäre schlimmer.»

Die neue Post-Agentur im Hetex-Areal wird in der Apotheke geführt, die ebenfalls neu eröffnet wird. Die jetzige Müli-Apotheke will dort eine Filiale einrichten. «Müli»-Apothekerin Marianne Rüegger erklärt auf Anfrage, sie sei von der Post kontaktiert worden.