Fast zehn Jahre lang sei der Plan für dieses Haus gereift, erklärte gestern Abend Corina Eichenberger, Stiftungsratspräsidentin und FDP-Nationalrätin, an der Eröffnungsfeier. Das Stapferhaus ist kein klassisches Museum, sondern eine Institution, die Gegenwartsthemen in den Mittelpunkt stellt. Alles begann 1994 mit der Anne-Frank-Ausstellung unter dem damaligen Leiter Hans Ulrich Glarner (heute Chef des Amts für Kultur des Kantons Bern). Zuletzt feierte das Stapferhaus mit ««Heimat – Eine Grenzerfahrung» einen grossen Erfolg. Das noch im Zeughaus.

Centre Pompidou von Lenzburg

Jetzt hat das Stapferhaus eine eigene Heimat. Ein 23,8 Millionen Franken teures Gebäude (siehe Box). «Aus dem bisher mobilen Völklein der Stapferhäusler wird ein sesshafter Stamm», erklärte Philippe Bischof, Direktor der Pro Helvetia. Er verglich die Bedeutung des Stapferhauses für Lenzburg mit derjenigen des Centre Pompidou für Paris. Und er würdigte die verschiebbaren Treppen als «Weltpremiere in einem Kulturhaus». Und der Pro Helvetia-Direktor betonte: «Dem Stapferhaus geht es um eine Kultur des vertieften Nachdenkens und Debattierens.»

Stapferhaus-Leiterin Sibylle Lichtensteiger beschrieb, wie das Team vor drei Monaten vom Schloss zum Bahnhofplatz hinunter gekommen ist. Und sie versprach: «Jetzt geht es so richtig los.» Landammann Alex Hürzeler überzeugt die «pionierhafte Architektur». Der Bau sei sehr flexibel.

Die Hauptansprache hielt Bundeskanzler Walter Thurnherr. Sie ist auf Seite 20 dieser Schweiz am Wochenende abgedruckt. Eine Besprechung der Ausstellung «Fake» lesen Sie im Foyer-Bund.