Lenzburg-Ammerswil
Nach Unfall: Peach Weber kritisiert Tempo 80 auf Kantonsstrasse

Die Kantonsstrasse zwischen Lenzburg und Ammerswil ist berüchtigt: Sie ist schmal, unübersichtlich – und es gilt Tempo 80. «Niemand, der mehr als eine Hirnzelle hat, fährt dort 80», kritisiert Komiker Peach Weber. Auch die Gemeinde möchte eine Temporeduktion.

Pascal Meier
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Peach Weber: «Jeder einigermassen vernünftige Mensch fährt dort mit allerhöchstens 70.»

Peach Weber: «Jeder einigermassen vernünftige Mensch fährt dort mit allerhöchstens 70.»

Chris Iseli/AZ

Der Komiker Peach Weber fährt oft über Ammerswil nach Lenzburg. Auf der Kantonsstrasse zwischen den zwei Gemeinden gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Weber, der in Hägglingen wohnt, versteht das nicht: «Niemand, der mehr als eine Hirnzelle hat, kann dort wirklich 80 fahren», kritisiert er in einem Leserbrief an die az. «Jeder einigermassen vernünftige Mensch fährt dort mit allerhöchstens 70.»

Seinen Leserbrief schrieb der Freiämter Komiker nach einem Unfall auf dieser Strecke. Anfang Dezember kollidierten zwischen Lenzburg und Ammerswil zwei Autos. Drei Erwachsene und ein Kleinkind mussten ins Spital. «Die Strasse ist eng und unübersichtlich», sagte Roland Pfister, Medienchef der Kantonspolizei Aargau, in einer ersten Stellungnahme nach dem Unfall gegenüber Tele M1.

Gemeinde fordert Massnahmen

Die Verkehrssituation ist auch in Ammerswil ein Thema: «Ich unterstütze Peach Weber voll», sagt Fredy Gwerder, ein langjähriger Einwohner. Er bezieht sich dabei auf die ganze Länge der Strasse von Lenzburg über Ammerswil nach Hendschiken. «Sicherheit, Ausbau und Zustand der Fahrbahn sind bedenklich.» Es gebe Stellen, wo das Kreuzen mit grossen Fahrzeugen nicht oder nur im Schritttempo möglich sei. Gwerder: «Eine Tempolimite auf dieser Strecke ist deshalb längst fällig.»

Ähnlich äussert sich Gemeindeammann Hanspeter Gehrig. «Die Strasse ist tatsächlich eng und unübersichtlich.» Zudem habe der Schwerverkehr zugenommen und auch der Regionalbus nutze diese Strasse. Gefährlich sei die Verkehrssituation jedoch nicht. «Wenn man 80 fahren darf, heisst das nicht, dass man 80 fahren muss.» Das Strassenverkehrsgesetz schreibe vor, dass das Tempo den Bedingungen angepasst sein muss. «Die meisten Verkehrsteilnehmer kennen die Strasse und wissen: 80 ist nicht vernünftig.»

Trotzdem möchte auch die Gemeinde, dass die Höchstgeschwindigkeit auf der Kantonsstrasse reduziert wird. «Wir sind seit mehreren Jahren im Gespräch mit dem Kanton.» Erst kürzlich habe eine Sitzung stattgefunden. «Wir rechnen jedoch, dass es noch mehrere Jahre dauert, bis sich etwas ändert.»

Kanton plant Strassenprojekt

Der Kanton will etwas ändern. Das sagt Kai Schnetzler, Leiter der Sektion Verkehrssicherheit. «Wir haben bereits ein Projekt gestartet und werden dieses 2017 detailliert ausarbeiten.» Ziel sei, die Verkehrssicherheit auf der Kantonsstrasse zu erhöhen. «In einem ersten Schritt werden wir festlegen, welche Massnahmen Sinn machen und umsetzbar sind.

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