Hunzenschwil

Nach Silbermünzen-Fund: Wieso wurden Münzen nicht zu Geld gemacht?

Der Aarauer Münzen-Experte Patrick Huber hat die gefunden Silbermünzen eingeschätzt.

Der Aarauer Münzen-Experte Patrick Huber hat die gefunden Silbermünzen eingeschätzt.

In Hunzenschwil hat eine Mutter mit ihrer Tochter 200 deutsche Silbermünzen gefunden. Ein Aargauer Münzen-Experte erklärt, wieso mögliche Diebe das wertvolle Gut nicht zu Geld gemacht haben.

200 deutsche Silbermünzen sorgten am Dienstag für Aufsehen: Mitten im Mühlebach entdeckten Janine Salhab und ihre Tochter Ellinor bei einem Spaziergang den glitzernden Schatz. Die Kantonspolizei steht bezüglich der genauen Herkunft vor einem grossen Fragezeichen. In Betracht zieht die Polizei jedoch, das Täter die Münzen in Zusammenhang mit einer Straftat weggeworfen haben. Sie bewahrt die Münzen nun in sicherer Obhut, bis sich der Besitzer meldet.

Einen kurzen Blick auf die Fotos mit den Silbermünzen werfen konnte der Numismatiker Patrick Huber, der an der Vorderen Vorstadt das Geschäft „Münzen Huber“ führt. Bei den Münzen handle es sich um Gedenkmünzen, die jährlich millionenfach in Umlauf gebracht werden. „Oft sind davon mehr Ausgaben im Umlauf, als es Sammler gibt“, sagt Huber. 

Zwar bestehen die Münzen aus 92.5 Prozent Silber, der Silberpreis ist momentan aber tief, sodass er den nominalen Wert der Münzen nicht übersteigt.

Ein Mädchen und seine Mutter finden über 200 Silbermünzen in Bach

Ein Mädchen und seine Mutter finden über 200 Silbermünzen in Bach

Ob mögliche Diebe erkannt haben, dass sie nicht den grossen Fisch an Land gezogen haben? „Ich kann mir vorstellen, dass ihnen die Sache zu mühsam wurde“, sagt Patrick Huber. Die 206 Münzen wiegen zusammengerechnet schliesslich rund vier Kilogramm und sind somit kein Fliegengewicht. Sie hätten die Münzen zudem zurück zur Bundesbank Deutschland bringen müssen, um sie einzulösen.

Wäre es Diebesgut gewesen, hätten sich die Täter beim Einlösen der Münzen registrieren müssen und wären aufgeflogen. Genauso hätten sie auch die Münzenhandlung in Aarau aufsuchen können, um die Münzen umzutauschen. Doch auch hier wären sie nicht unerkannt geblieben. „Wir haben unsere Sorgfaltspflicht“, sagt Patrick Huber. "Wir verlangen von den Kunden ihre Ausweise.“ Er konnte so der Polizei auch schon Angaben zu Dieben liefern. „Das kommt jedoch selten vor“, sagt Huber. (lee)

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