Boot-Party
Nach Schlägerei ist fertig «House-Party» auf dem Hallwilersee

Der samstägliche Polizeieinsatz nach einer Rauferei auf der «Seetal» hat Folgen. Die Party-Veranstalter werden das Schiff künftig nicht mehr mieten können.

Fritz Thut
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Die MS «Seetal» mit den mehrheitlich weiss gekleideten Partygästen auf dem See.

Die MS «Seetal» mit den mehrheitlich weiss gekleideten Partygästen auf dem See.

Weiss ist die Farbe der Unschuld. Weiss war der Dresscode beim Anlass Party-Boat.ch Vol. II auf dem Hallwilersee. Doch unschuldig blieb das Treiben auf der von einem Veranstalter gemieteten MS «Seetal» nicht. Ein Streit artete aus; es kam zu einer Schlägerei unter den Passagieren.

Die Sicherheit war nicht mehr gewährleistet, weshalb der Kapitän beim Schiffssteg Delphin anlegte und ein Polizei-Grossaufgebot die Unruhestifter in Gewahrsam nahm. Gemäss Mitteilung der Kantonspolizei wurden zwei Schweizer und ein Mazedonier im Alter von 29 und 31 Jahren «vom Schiff entfernt».

Kosten trägt der Steuerzahler

Zum zweiten Mal in diesem Sommer charterte die Organisation PartyBoat.ch am letzten Samstag das neueste Schiff der Flotte der Schifffahrtsgesellschaft Hallwilersee (SGH). Bereits bei der ersten Veranstaltung am 25. Juni kam es von verschiedenen Seeanstössern zu Reklamationen wegen der zu lauten Musik – gemäss dem Ticket-Aufdruck handelte es sich um «Finest House Music».

Wegen dieser negativen Reaktionen aus der Bevölkerung wurden die Auflagen für die Schiffsmiete für die zweite Folge der laut Veranstaltern «grössten Party auf dem Hallwilersee» verschärft, wie SGH-Geschäftsführer Ueli Haller gegenüber der az ausführte. Unter anderem wurde verlangt, dass ein Securitymann die Fahrt begleitet.

Doch dieser konnte den Zwischenfall am Samstag nicht verhindern. Er musste dem Schiffskapitän melden, dass er die Sicherheit nicht mehr im Griff habe. Die Folge war das unverzügliche Anlaufen des Ufers.

Beim «Delphin» warteten gut ein Dutzend Polizisten auf die Randalierer; gemäss Polizeisprecher Roland Pfister wusste man vorgängig nicht um die Dimension des Zwischenfalls. Die Kosten für den Einsatz trägt der Steuerzahler.

Schlechter Ruf droht

Der Polizeieinsatz hat aber auch langfristige Auswirkungen. Obwohl sich der Veranstalter gestern bei der Schifffahrtsgesellschaft für das Vorkommnis «in aller Form entschuldigt hat» (Haller), wird er künftig keine SGH-Schiffe mehr mieten können. «Ich kann es nicht verantworten, dass unsere Gesellschaft durch solche Vorfälle einen schlechten Ruf bekommt», so der SGH-Geschäftsführer.

Er habe schon vor der ersten Vermietung ein «eher schlechtes Gefühl» gehabt, doch könne man ja nicht immer alle Initiativen gleich in Keim ersticken, so Ueli Haller gestern zur az.