Lenzburg

Nach langer Industrie-Vergangenheit: Tommasini-Kanal soll stillgelegt werden

Der Kanal beim Tommasini soll stillgelegt werden.

Der Kanal beim Tommasini soll stillgelegt werden.

Der einzige Verpflichtungskredit an der Einwohnerratssitzung von diesem Donnerstag betrifft die Stilllegung des Kanals beim Jugendhaus Tommasini. Das letzte Stück des Kanals soll als Teich erhalten bleiben.

Im heutigen Jugend- und Kulturhaus Tommasini wird seit mindestens 220 Jahren das Wasser des vorbeifliessenden Aabachs als Energieträger verwendet. Hanfreibe, Walke, Weberei, Spinnerei, Tabakstampfe, Teigwarenfabrik waren hier nacheinander Nutzer.

1971 kam die Stadt Lenzburg in den Besitz der Wassernutzungskonzession, doch der geplante Einbau einer Turbine, die etwa 80 Haushalte mit Strom versorgt hätte wurde nicht realisiert. Die Konzession wurde dem Kanton zurückgegeben.

Der Aargau, genauer die Abteilung Landschaft und Gewässer, plant nun die fischgängige Längsvernetzung des Aabachs von der Aare bis hinauf zum Hallwilersee. Eines der letzten Hindernisse, das eliminiert werden soll, ist das Wehr des ehemaligen Tommasini-Kraftwerks.

Kosten von 240 000 Franken

Die Wehrschwelle soll nun abgebrochen, durch einen Damm ersetzt und der dahinterliegende Kanal aufgefüllt werden. Unmittelbar beim Tommasini soll das letzte Stück des Oberwasserkanals als (mit dem Dachwasser gespeister) Teich erhalten werden.

Für das Projekt wird dem Einwohnerrat ein Kredit von 240 000 Franken beantragt. Da dieser Betrag deutlich über der im Finanzplan 2014–18 erwähnten Summe von 100 000 Franken liegt, gibt es Einwohnerratsfraktionen, die Fragen nach dem Einsparungspotenzial stellten.

Eine davon betrifft die Auffüllung des Kanals. Aus denkmalpflegerischer Sicht soll der Kanal und dessen Funktion «lesbar bleiben». Zudem kostet die verdichtete Auffüllung mehr, weil man im neu zu errichtenden Zaun neben dem Badi-Areal Zufahrten für Unterhaltsarbeiten vorsieht. (tf)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1