Rupperswil
Nach Hausbrand: Vier Tote gefunden – Polizei schliesst Verbrechen nicht aus

In Rupperswil AG ist in einem Haus an der Lenzhardstrasse ein Feuer ausgebrochen. Nachdem der Brand gelöscht war, fanden die Einsatzkräfte vier tote Personen im Haus. Identität und Todesursache sind laut Polizei noch unklar.

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In einem Doppel-Einfamilienhaus in Rupperswil AG sind am Montag vier Personen tot aufgefunden worden. Im Haus war ein Brand ausgebrochen. Ob die Personen beim Brand um Leben kamen oder Opfer eines Gewaltverbrechens wurden, ist unklar. Die Aargauer Kantonspolizei schloss auf Anfrage vor Ort ein Verbrechen nicht aus.

Anwohner bemerkten am Montag, 11.20 Uhr, dass aus einem Einfamilienhaus an der Lenzhardstrasse in Rupperswil dichter Rauch austrat. Die Feuerwehr war in Kürze vor Ort und drang mit Atemschutztrupps ins Gebäude ein.

«Es gab eine so starke Rauch- und Hitzeentwicklung, dass nur Atemschutztrupps der Feuerwehr sich ins Haus vorwagen konnten», so Roland Pfister, Sprecher der Aargauer Kantonspolizei. Die Feuerwehr Rupperswil-Auenstein wurde dabei von den Kollegen aus Hunzenschwil-Schafisheim verstärkt. «Bei ihrer Suche fanden die Feuerwehrleute vier Leichen im mehrstöckigen Haus.» Das Feuer konnte bald gelöscht werden, an der Aussenseite des Hauses sind kaum Spuren zu erkennen.

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Schüler und Anwohner haben vor dem Haus Kerzen aufgestellt.
Schüler und Anwohner haben vor dem Haus Kerzen aufgestellt.
Schüler und Anwohner haben vor dem Haus Kerzen aufgestellt.
Die Feuerwehr rückte um 11.20 Uhr wegen eines Brands an der Lenzhardstrasse in Rupperswil aus.
Im linken Teil dieses Doppel-Einfamilienhauses hat es gebrannt.
Die Polizei fand darin vier Leichen.
Vor Ort ermitteln Spezialisten der Polizei, Rechtsmediziner und Vertreter der Staatsanwaltschaft zum Brand und der Todesursache der Opfer.
Roland Pfister, Sprecher der Aargauer Kantonspolizei, informiert die Medien.
Nicht nur die Medien sind wegen des Dramas in Rupperswil.
Das Unglück lockte auch zahlreiche Schaulustige an.
Drama in Rupperswil: Mehrere Tote nach Brand in Doppeleinfamilienhaus
Auch das Care-Team Aargau ist vor Ort.
Die Ermittler machen sich bereit, im Innern des Hauses die Spuren zu sichern
Die Feuerwehr ist mit einem Grossaufgebot vor Ort.
Roland Pfister, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, informiert die anwesenden Medienschaffenden
Grossaufgebot in Rupperswil
Ein Grossaufgebot von Feuerwehr, Polizei und Ambulanz ist an der Lenzhardstrasse in Rupperswil im Einsatz.

Sandra Ardizzone

Doch vor Ort waren neben Feuerwehr und rund 30 Polizisten, die das Spitzbirrli-Quartier abriegelten, auch Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft, der Kriminalpolizei sowie des Instituts für Gerichtsmedizin. Denn noch konnte auch ein Gewaltdelikt nicht ausgeschlossen werden. Darauf könnten auch die Worte von Kapo-Sprecher Pfister deuten, der weder Auskunft zur Identität der Opfer noch zu deren Geschlecht geben konnte, weil diese teilweise noch nicht eindeutig festgestellt werden konnten.

Wie Tele M1 berichtet, soll eine von ihrem Mann getrennt lebende Frau und ihre zwei Kinder im linken Teil des Doppel-Einfamilienhauses gewohnt haben. Ob diese unter den Opfern sind, ist allerdings unklar. Die Aargauer Staatsanwaltschaft will im Verlauf der Woche über die Identität der Opfer und deren Todesursache informieren.

Kerzen für die Opfer

An den Strassensperren an der Lenzhardstrasse wurden am Montagnachmittag bereits erste Kerzen im Andenken an die Verstorbenen aufgestellt, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar war, wer tatsächlich in dem Haus umgekommen ist. Der Regionalsender Tele M1 spricht von einer alleinerziehenden Mutter mit zwei eigenen und einem fremden Kind, die gefunden worden seien, doch die Kapo kann das bisher nicht bestätigen.

Im Telefonbuch findet sich unter der Adresse der Name einer Frau. «Momentan ermitteln Staatsanwaltschaft, Kriminalpolizei und Gerichtsmedizin und sichern die Spuren, das wird wohl bis spät in die Nacht dauern», so Pfister gestern. «Erst danach können die Brandermittler ins Haus.»

«Es war eine schreckliche Situation, besonders für die Feuerwehrleute, die die Toten gefunden haben». Die Leichen seien teils massiv verkohlt. Es braucht DNA-Analysen, um die toten Menschen zu identifizieren.

Tatsächlich wurden ungefähr um 14.30 Uhr alle involvierten Feuerwehrleute vom Brandort weggefahren, um weiter psychologisch betreut zu werden. Pfister: «Das Care-Team kümmert sich um sie.» (awe/edi/sha)

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