Seon
Nach Grossbrand steht «Burestobe» vor dem Aus

Ein Feuer hat im Restaurant Burestobe in Seon einen Millionenschaden angerichtet. Wie es nun weitergeht, weiss Wirt Jörg Dössegger nicht. Das Lokal bleibt sicher für Monate geschlossen.

Michael Spillmann
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Einsatz der Feuerwehr am Sonntag: Die Einsatzkräfte wussten zuerst nicht, wo der Brandherd war. Spi

Einsatz der Feuerwehr am Sonntag: Die Einsatzkräfte wussten zuerst nicht, wo der Brandherd war. Spi

Das Obergeschoss des Gebäudes an der Oberdorfstrasse haben die Flammen komplett zerstört, überall liegt Schutt und Asche. Unten, in der Gaststube, tropft das Löschwasser von der Decke. «Es ist alles kaputt», sagte «Burestobe»-Wirt Jörg Dössegger, während er gestern durch sein Restaurant führte.

«Das Lokal bleibt sicher noch für Monate geschlossen», so der Wirt. Wie es nun weitergeht, wisse er nicht, erklärte er, der zuvor bereits zwei andere Restaurants geführt hatte. Und dabei bereits einmal – zu Beginn der 1990er-Jahre im «Bären» in Seon – von einem Feuer heimgesucht worden war.

Ex-Besitzer alarmierte Feuerwehr

Es war am Sonntag kurz nach 19.30 Uhr, als Nachbar Max Döbeli die Rauchschwaden aus dem Dach der geschlossenen «Burestobe» aufsteigen sah. Er selber hatte – zusammen mit seiner Frau – das traditionsreiche und erfolgreiche Restaurant bis Dezember 2004 geführt – bereits in der vierten Generation. Dann verkauften die Döbelis. Sonntagnacht mussten Trudi und Max Döbeli schliesslich mit anschauen, wie die Feuerwehren versuchten, ihr «Lebenswerk» zu retten.

«Zuerst mussten wir beobachten, wie das Restaurant wirtschaftlich zugrunde ging, jetzt wird es materiell zerstört», sagte Max Döbeli in der Brandnacht zur az. Seine Frau fügte an: «Das schmerzt sehr. Wir haben viel investiert und unser Herzblut reingesteckt. Jetzt ist alles zerstört.» Wie bereits am Sonntag zu vernehmen war, könnte der Schaden in die Millionen gehen.

Grossaufgebot mit 130 Feuerwehrleuten

Die Feuerwehr war mit einem Grossaufgebot im Einsatz. Rund 130 Angehörige der Feuerwehren Seon-Egliswil und Lenzburg kämpften gegen das Feuer. Lange wussten die Einsatzkräfte dabei nicht genau, wo im grossen Haus der Brandherd war. «Wir mussten zuerst den Brand lokalisieren», sagte Einsatzleiter Thomas Gloor. Seine Männer und Frauen wurden gefordert. «Insbesondere für den Atemschutztrupp war es ein massiver Einsatz. Doch der Erschöpfungsgrad ist noch nicht erreicht», betonte Thomas Gloor während der Löscharbeiten. Den Einsatzkräften gelang es, einen Vollbrand zu verhindern. Auch die umliegenden Häuser konnten geschützt werden. Nach 24 Uhr waren die im Obergeschoss immer wieder aufflackernden Glutnester unter Kontrolle gebracht.

Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Noch in der Nacht und auch gestern Morgen suchten Brandermittler der Kantonspolizei in Haus nach Spuren.