Aarau

Nach dem Lockdown: Ansturm auf Kosmetiksalon

Rosine Dätwyler für das Studio «Maykosmetik» in Aarau.

Rosine Dätwyler für das Studio «Maykosmetik» in Aarau.

So begeht wie noch nie ist Kosmetikerin Rosine Dätwyler nach dem Lockdown und erklärt, wie sie die neuen Herausforderungen bewältigt.

Viele Geschäfte durften gestern zum ersten Mal seit acht Wochen wieder ihre Türen öffnen. Rosine Dätwyler, Inhaberin des Kosmetikstudios Maykosmetik in Aarau, konnte das schon vor zwei Wochen. Als sie erfahren habe, dass sie ihr Kosmetikstudio wieder in Betrieb nehmen dürfe, habe sie ihre Freude direkt mit ihren Kunden geteilt, sagt Dätwyler. «Ich habe ein Instagram Live Video gemacht». Auch bei den Kundinnen und Kunden war die Erleichterung gross. «Nach zwei Tagen waren wir bereits für zwei Wochen ausgebucht», so Dätwyler.

Als am 16. März klar gewesen sei, dass sie ihren Laden schliessen müsse, sei dies ein Schock gewesen, sagt sie: «Natürlich haben wir damit gerechnet. Richtig klar wurde es mir aber erst, als ich die Pressekonferenz des Bundesrats verfolgte.» Am schlimmsten sei die Ungewissheit gewesen, welche die Schliessung des Studios mit sich brachte: «Ich plane gerne voraus und bin ein Machertyp. Das ging dann plötzlich nicht mehr. Dazu kam die Existenzangst, da ich nicht wusste, wann wir wieder öffnen dürfen.» Doch auch die Zeit während der Schliessung haben Dätwyler und ihr Team durchgeplant: «Wir konzentrierten uns vermehrt auf die sozialen Medien.» So produzierte eine der Lernenden Videos, in denen Sie die Anwendung verschiedener Beautyprodukte vorführte und erklärte. Um Kundinnen und Kunden auch während des Lockdown beraten zu können, lancierte Dätwyler zudem eine Hautanalyse über Whatsapp. «Unsere Kundinnen konnten uns Fotos ihrer Haut schicken inklusive der Beschreibung des aktuellen Hautzustandes», sagt die Kosmetikerin «Anhand der Informationen haben wir ihnen eine Produktempfehlung zusammengestellt, die sie direkt bei uns beziehen konnten. ­Während der Schliessung haben wir rund 60 Pakete ausgeliefert.»

Gesichtsschutz aus Plexiglas

Wer den Kosmetiksalon nun besucht, findet am Eingang Desinfektionsmittel und Masken vor. Auch die Kosmetikerinnen tragen Masken, teilweise sogar zwei. «Bei gewissen Behandlungen, wie zum Beispiel im Gesicht, ist es nicht möglich, dass die Kunden eine Maske tragen», erklärt Dätwyler. Aus diesem Grund tragen die Kosmetikerinnen dann über ihren Masken noch einen zusätzlichen Face-­Protector, eine Maske aus Plexiglas, welche das gesamte Gesicht umschliesst.

«Viele Kunden haben anfangs gelacht, als sie uns gesehen haben», sagt Dätwyler. «Auch für uns ist es schwierig, durch die Schutzmassnahmen sind wir weiter von unseren Kunden entfernt, nur schon dadurch, dass man das Lächeln nicht mehr sieht.»

Nichtsdestotrotz sei sie froh, dass sie ihr Kosmetikstudio ­wieder öffnen konnte: «Der Schutz von Mitarbeitenden und Kunden steht an oberster ­Stelle.» Dafür nehme sie auch gerne die veränderte Atmosphäre in Kauf: Riecht das Kosmetikstudio normalerweise dezent nach Passionsfrucht, dominiert heute der Geruch nach Desinfektionsmittel.

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