«Etwas Nachhaltiges tun, nicht nur für Menschen, auch für die Natur, das ist das Motto des Distrikts», sagt Ruedi Scherer, Präsident des lokalen Rotary-Clubs und Abteilungschef der Mobilen Polizei in Schafisheim. Mit der Aktion vom Samstag im Schlattwald auf Seenger Boden, aber in Hallwiler Besitz, haben die Lenzburg-Seetaler die Vorgabe des Distrikt-Governors – jeder Rotarier setzt einen Baum – weit übertroffen.

Initiator der Aktion ist der ehemalige Förster Heinz Bruder: «Etwas in der Region tun, Wurst bräteln und arbeiten, das war vor 15 Jahren die Idee.» Sie trägt bis heute. Am Samstag sind es 14 Männer und Frauen, knapp ein Drittel aller Mitglieder, die sich den Waldmorgen nicht entgehen lassen. 1250 Stieleichen warten darauf, gepflanzt zu werden. Das Personal des Fortsbetriebs Rietenberg unter der Leitung von Förster Matthias Bruder hat vorgearbeitet. Die Löcher für die Pflanzen sind gemacht. «In jene, die voll Wasser sind, müsst ihr keine setzen», sagt Heinz Bruder.

Forstwart Kilian Ziegler zeigt, wies geht: Tief genug setzen, Loch mit Erde füllen, mit dem Fuss andrücken. Die Reissprobe zeigt, ob der Baum eine Chance hat, Wurzeln zu schlagen. In versetzten Reihen warten die Löcher. Nach dem Setzen kommt die zeitaufwendigere Arbeit: Ein Plastikrohr wird über die Pflanze gestülpt, auf dass die Rehe sie in Ruhe lassen. «Bei Fichten brauchts das nicht», sagt Heinz Bruder. «Weil die Rehe Fichten weniger mögen.»

Diese Schäden hinterliess Burglind in Aargauer Wäldern – die Bilder unserer Leser:

Oft bilden sich Tandems. So arbeitet Transpörtler Ernst Müller (Häfeli AG Lenzburg) mit dem Boniswiler Tierarzt Markus Haller zusammen. Jener, Hobby-Ornithologe, hat den Feldstecher umgehängt und weist auf die Vögel hin, die den Soundtrack zur Pflanzaktion bilden. Da lacht der Grünspecht, man hört Buchfink, Kohlmeise und Zaunkönig, in der Ferne einen Eichelhäher. Und mit höherer Kadenz als die Arbeiter, welche die Latten für den Wildschutz in den Boden hämmern, klopft der Buntspecht.

Es wird speditiv gearbeitet zwischen Buschwindröschen und Schlüsselblumen, wo auch der anderthalbjährige Lian, der Sohn von Kilian Ziegler, sich mit Stecken und Knäckebrot die Zeit vertreibt. Fröhliche Stimmung, auch in der Pause bei Kaffee und Nussgipfel.

Die Pflanzaktion im Schlattwald, wo der Sturm Burglind gewirkt hat, steht im Dienst eines Eichenwaldprojekts des Kantons. «Bis 2025 werden jedes Jahr 30 Aren Wald mit Eichen bepflanzt», sagt Heinz Bruder. Von den neu gepflanzten Bäumen, im Abstand von rund 1,5 Metern gesetzt, erreichen nicht alle ihr «Erwachsenenalter» von gut 150 Jahren. Etwa 70 Prozent wüchsen an; es gehe bei der Bewirtschaftung darum, die stärksten Pflanzen zu fördern. Etwa jede Zehnte der neu gesetzten Eichen soll dereinst Qualitätsholz liefern.