Leutwil
Nach Beissattacken: Polizei-Razzia bei Hundezüchterin – Veterinäramt beschlagnahmt zwei Hunde

Mehrfach hatten die Hunde einer Züchterin in Leutwil zugebissen. Opfern waren sowohl Tiere als auch Menschen. Nun reichte es dem Aargauer Veterinäramt: Am Dienstagmorgen rückte es zusammen mit der Kantonspolizei zur umstrittenen Hundezüchterin Daniela K. ins Seetal aus und beschlagnahmte zwei Hunde.

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«Ursache war der jüngste Bissvorfall», bestätigt die zuständige Regierungsrätin Franziska Roth die Razzia bei der Leutwiler Tierzüchterin Daniela K. gegenüber TeleM1. So soll vor zehn Tagen eine Tierpflegerin, die bei der Hundezüchterin zur Probearbeit war, von einem Hund gebissen worden. Deren Hausarzt hatte die Bissattacke daraufhin dem Veterinäramt gemeldet.

Nicht der einzige Vorwurf gegen die Leutwiler Hundezüchterin: Bereits Ende letztes Jahr meldete ein Seetaler Tierarzt drei weitere Attacken – jedes Mal sollen Hunde von Daniela K. zugebissen haben. Eines der Opfer ist etwa der Chihuaha Leroy.

Daraufhin hatte sich die zuständige Regierungsrätin Franziska Roth in den Fall eingeschaltet: Die Vorsteherin des Departements Gesundheit und Soziales (DGS) hat eine vorsorgliche Verfügung erlassen. Daniela K. durfte pro Spaziergang nur noch mit einem Hund – an einer kurzen Leine – ins Freie.

Auflagen, die die Hundezüchterin laut Forstwart Daniel Flückiger offenbar nicht eingehalten hat.

Hoffen auf Ruhe im Dorf

In Leutwil fürchte man vor Daniela K. und ihren Hunden, sagt Gemeindeammann Monika Müller. Sie sei froh, dass das Veterinäramt durchgegriffen habe. «Ich hoffe es kehrt nun wieder etwas Ruhe ein ins Dorf. Und dass man spürt, dass wir die Bevölkerung wirklich ernst nehmen.»

Die umstrittene Hundezüchterin wollte am Dienstag gegenüber TeleM1 nichts sagen. Nur eines: Weil man sie nicht möge, würden die Leute sie beim Veterinärdienst anschwärzen. Dem widerspricht Regierungsrätin Franziska Roth, so einfach sei das also nicht: «Ein Verdacht alleine reicht nicht. Eine vorsorgliche Beschlagnahmung ist ein schwerwiegender Eingriff, sowohl für Tier als auch für den Halter.»

Das Veterinäramt führt schon seit Jahren eine Akte «Daniela K.». Gemäss Kanton hat es in den letzten 12 Jahren zehn Vorfälle, mehrere Verurteilungen per Strafbefehlen und Verwarnungen gegeben. (edi)